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WM

Die WM-Vergabe: wenn das Geld in der Familie bleibt

von Johan Petersen am 2. Dezember 2010

Die FIFA hat die WM an einen autoritären, mafiösen Staat und eine sklerotische Herrscher-Familie vergeben.

Wie es um Russland steht, ist bekannt. Freiheit, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Umweltschutz fehlen in einem Maße, dass sich dieser Staat nicht in einem so positiv aufgeladenen Ereignis sonnen darf.

Katar hat das höchste Pro-Kopf-Einkommen der Welt, dank seiner Gasvorkommen. Es ist ein kleines, verwundbares Land in einer spannungsgeladenen Region. Es hat daher eine kreative Strategie entwickelt, um seine Sicherheit global zu gewährleisten. Es hat sich in westliche Unternehmen eingekauft (z. B. Volkswagen, dessen Tochter Audi ein wichtiger Fußball-Sponsor ist), und wichtiger Teil dieser Strategie ist es seit Anfang der 2000er, internationale Sportereignisse auszurichten. Zunächst Wasser- und Motorsport, dann die Asien-Spiele 2006 und nun die WM 2022.

Es gibt 200,000 bis 300,000 Kataris. Politisch ist das Land gleich zu setzen mit der herrschenden Thani-Familie, die Wirtschaft und Politik kontrolliert und wie die anderen Familien am Golf das Land nach Gutsherrenart regiert. Die Familie pflanzt sich gemäß der regionalen Stammes-Mentalität am Golf zu großen Teilen nur untereinander fort, damit Macht und Geld in der Familie bleiben. Dieser Satz gilt uneingeschränkt auch für die FIFA.

Rechtsstaatlichkeit, Menschenrechte und freie Medien gibt es in Katar nicht. Die Stadien in Katar werden von asiatischen Gastarbeitern aus Indien, Pakistan und Philippinen gebaut werden, deren heutige Situation am Golf an eine Sklaven-Gesellschaft erinnert. Man kann nur hoffen, dass die Medien-Aufmerksamkeit vor der WM ihre Situation verbessern wird. Westliche Großkonzerne wie Hochtief, das in Katar bereits sehr aktiv ist, werden sich hingegen freuen.

Die Golfstaaten haben den höchsten Pro-Kopf-Verbrauch von Kohlendioxid der Welt. Ein Großereignis wie die WM wird die Umweltbilanz der Region nicht verbessern. Alle Fans reisen mit dem Flugzeug an.

Warum ist das passiert? Warum sind die europäischen Demokratien leer ausgegangen? Ich weiß es nicht. Vergessen wir nicht, dass der katarische Fußball-Funktionär Mohammed Bin Hamman lange für Blatter Mehrheiten in Afrika und Asien organisiert hat (wobei sie sich zuletzt zerstritten haben).

Die FIFA hat aus der WM ein Produkt gemacht. Ob man es kaufen kann, weiß ich nicht. Autokratie und Korruption sind untrennbar miteinander verbunden, das eine funktioniert nicht ohne das andere. jens weinreich ist zu Korruption im Sport die größte Kapazität im deutschsprachigen Raum.

Was ich weiß: Die FIFA bleibt das größte Problem des Fußballs.

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Der FIFA-Kommerz: was man noch alles machen könnte

von Johan Petersen am 1. Dezember 2010

Am Donnerstag werden die WMs 2018 und 2022 vergeben. Die FIFA macht mit dem Produkt pro Jahr etwa eine Milliarde Dollar. Ich finde, das reicht nicht. Bei Sponsoring und Fernsehübertragungen ist mehr drin. Ein Sieben-Punkte-Plan. [click to continue…]

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Wie verteidigen, wenn es keine Stürmer mehr gibt?

von Johan Petersen am 1. August 2010

Ich weiß nicht, was die Lösung ist, aber hier ist schon einmal das Problem: zu viele Tore fallen, weil ein Innenverteidiger im falschen Moment seine Position aufgibt, um Ball oder Gegenspieler jagen zu gehen, und damit dem Gegner den entscheidenden Pass- oder Laufweg in seinen Rücken ermöglicht. Dieses Problem könnte sich in den nächsten Jahren noch verschärfen, wenn tatsächlich mehr und mehr Mannschaften ohne echten Stürmer antreten.

Rückblende: Ein wichtiges Prinzip beim Verteidigen ist das Bilden von Dreiecken – ein Abwehrspieler sichert im Rücken des anderen ab, falls der überspielt wird. Deswegen gab es früher den Libero – siehe das blaue Dreieck.

Die Abwehrkette hat dieses Prinzip beibehalten, es aber genialer Weise entlang der weißen Linie umgestülpt – der Verteidiger, in dessen Zone ein Gegenspieler auftaucht, attackiert diesen. Damit entsteht ebenfall ein (hier gelbes) Dreieck. Als Bonus oben drauf kommt noch, dass man mit einer Kette sehr viel besser auf abseits spielen kann und man die Räume im Mittelfeld viel enger machen kann. Anders herum ausgedrückt: die Kette hat diese Dinge ermöglicht, ohne das eigentliche Prinzip aufgeben zu müssen. Genial.

So weit, so lange her.

Der Angriff hat darauf eine einfache Antwort gefunden: Stürmer kommen kurz. Zunächst im 4-4-2: wie hier dargestellt, kommt ein Stürmer dem Ball entgegen, zieht den Verteidiger mit, in dessen Zone er sich befindet, und sein Sturmpartner kreuzt hinter seinem Rücken in den frei werdenden Raum.

 In einem 4-5-1 mit nur einer echten Spitze ist diese Taktik von der angreifenden Mannschaft noch verfeinert worden: die Spitze (9) kommt entgegen, und der 10er (10) oder ein anderer Mittelfeldspieler (11) stößt durch die Viererkette.

 

Seit einigen Jahren experimentieren nun Spitzenmannschaften sogar damit, ohne echten Stürmer anzutreten.  Jonathan Wilson glaubt allerdings, dass diese Versuche zunächst gescheitert sind. Der heimliche Bundes-Revolutionär Löw kam der Sache gegen Ghana erstmals sehr nah, als er für Klose Cacau und nicht Gomez aufgeboten hat.

In diesem System ist die einzige Spitze nicht mehr der einsame Killer, der sich im Busch verbirgt und zuschlägt, wenn ihm der Stamm das Opfer zugetrieben hat. Hier jagen alle zusammen, und der Stürmer hat vor allem die Aufgabe, rückwärtig am Spiel teilzunehmen und mit seinen Laufwegen die Abwehrspieler rauszulocken, und so Räume für flexibel nachrückende Mittelfeldspieler zu schaffen. An dieser Stelle macht es Sinn, wie erz zwischen Position und Funktion zu unterscheiden.

Dieses Verhalten stürzt Innenverteidiger in ein veritables Dilemma, aus sie in den nächsten Jahren vielleicht mit einer Weiterentwicklung ihrer taktischen Anweisungen befreit werden. Man sieht bereits nicht mehr, dass sie ihre Gegenspieler auf Gedeih und Verderb bis an die Mittellinie verfolgen. Aber trotzdem fielen z.B bei der WM einige Tore, weil sich Innverteidiger heraus locken ließen, z.B. beim englischen Treffer gegen die USA oder beim Führungstor Brasiliens gegen die Niederlande:

Aus der Bundesliga fällt mir dieser Stellungsfehler von Naldo ein, auch wenn er hier keinen Gegenspieler brauchte, um seine Position fataler Weise zu verlassen.

Man müsste also die Kriterien verschärfen, anhand derer ein Innenverteidiger seine Position nach vorne verlagert. 

Vereinfacht gesagt: wenn er unter der Annahme, dass er im gleichen Angriff nicht mehr auf seine Position zurück kommen kann, aber er sein Heiligtum, seine kuschelige Ecke zwischen seine Abwehrkollegen immer noch verlassen würde, darf er raus. (Also z.B. dann, wenn er mit seiner Aktion den Ball klärt.) Denn wenn er zwischen Ball und Tor steht, kann er immer noch eingreifen. Befindet sich der Ball zwischen ihm und dem Tor, ist er für den Rest des gegnerischen Angriffs aus dem Spiel genommen. In diesem Sinne ein weiteres Rubikon-Problem im Fußball.

Etwas komplizierter ausgedrückt: Selbst wenn sich ein Gegenspieler in seinem Raum befindet, darf er die Linie seiner Mitspieler in der Kette nicht verlassen, wenn eines der drei folgenden Kriterien erfüllt ist:

- ein anderer Gegenspieler so nah ist, dass er in der gleichen Spielsituation diagonal durch die Kette in seinen Rücken laufen kann

- ein ballführender Spieler einen freien Passweg durch die Position hindurch hat, die er aufgibt

- er nicht vor seinem Gegenspieler an den Ball kommen kann (kein Grund, die antizipierende Deckung gleich mit über Bord zu schmeißen).

Demgegenüber muss er selbst bei Erfüllung eines dieser Kriterien auch dann die Linie verlassen, wenn zusätzlich gilt:

- ein in seinem Raum ballführender Spieler aufs Tor schießen kann

- sich ein oder zwei weitere, torgefährliche Gegner auf seine Höhe befinden – die darf der Gegenspieler in seinem Raum nicht kontrolliert einsetzen dürfen.

Ansonsten wartet er. Eine – geradezu revolutionäre – Konsequenz davon wäre, dass ein Innenverteidiger z.B. eher einen Gegenspieler mit Ball in einem engen Raum unmittelbar vor der Abwehr duldet, als dass er seine Position in der Kette aufgibt. Denn wenn er sich dann noch zwischen Ball und Tor befindet, kann er gegen diesen Gegenspieler mit anderen Abwehrspielern immer noch Überzahl herstellen.

Das bedeutet allerdings, dass dieser Raum unmittelbar vor der Abwehr anders besetzt werden muss. Auch unter bestehenden Maßgaben müssen die defensiven Mittelfeldspieler bei gegnerischem Ballbesitz immer engen Kontakt zu den Abwehrspielern halten. Entbindet man aber wie hier diskutiert die Innenverteidiger von der Aufgabe, kurz kommende Stürmer auf Teufel komm raus zu verfolgen, müsste diese Anforderung noch verschärft werden.

Dabei bietet das 4-1-4-1 gegenüber dem 4-2-3-1 den Vorteil, dass ein Mittelfeldspieler die feste Aufgabe hat, die Position vor der Abwehr zu halten und dort Gegenspieler zu übernehmen. Man hat also — z.B. gegen einen sich fallen lassenden Stürmer — im oft entscheidenden Raum vor der Abwehr ein festes Dreieck, das die Innenverteidiger im vom Vorwärtsverteidigen entlastet; es muss weniger oft wie oben von einem Innenverteidiger gebildet werden:

 

 Die offensiven Mittelfeldspieler müssen dann weiterhin agressiv tiefer stehende Passgeber des Gegners attackieren.

 Fazit: Ich habe keine Lösung für das Problem, aber ich glaube, dass die von Abwehr und Mittelfeld gebildete Dichte neu justiert werden sollte – dass sich also die Anforderungen an Innenverteidiger noch weiter von dem klassischen Verfolgen von Stürmern weit ins Mittelfeld weg entwickeln werden, und diese Aufgabe zunehmend dem Mittelfeld übertragen wird, oder durch ein anderes Zusammenspiel zwischen Abwehr und Mittelfeld gelöst wird.

Die Idee ist, sich weniger von den Laufwegen des Gegners beeindrucken zu lassen, sondern sich auf die gefährlichen Räume vor dem Strafraum zu konzentrieren. Wenn ein Robinho auf seinem Weg zum Tor da früher oder später vorbei kommt, sollte besser jemand anwesend sein.

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Meine drei Wünsche für die nächste WM

von Johan Petersen am 13. Juli 2010

War es eine gute WM? Das Niveau hat mich nicht sehr beeindruckt. Es gab krasse Abwehr- und Torwartfehler, viele tempoarme Spiele. Es gab keine Mannschaft, die taktisch das Niveau von Italien 2006 erreichte. Am ehesten Deutschland mit seinem durchdachten Offensivfußball und Spanien mit seiner tollen Offensive und der guten Raumaufteilung in der Defensive.

Wie dem auch sei, hier schon einmal mein ganz persönlicher Wunschzettel für die WM 2014.

Ich wünsche mir Beidfüßigkeit. Italien ist aus vielen Gründen in der Vorrunde ausgeschieden. Aber einer davon war, dass Pepe in der Nachspielzeit gegen die Slowakei den von rechts kommenden Ball nicht mit links ins Tor geschossen hat; er hat ihn lieber über den rechten Fuß rutschen lassen.

Auf diesem (vermeintlich hohen) Niveau ein unglaublicher Vorgang, und es war leider nicht der einzige dieser Art. Es ist bestürzend, wie wenig Nationalspieler, in quasi allen Mannschaften, wirklich beidfüßig agieren können.

Messi ist wohl einer der besten unserer Zeit, aber er hat bei dieser WM auch deswegen kein Tor geschossen, weil er immer links vorbeigeht. Das wäre, als wenn man in einem Land, in dem Rechtsfahren gilt, immer rechts überholen will. Auch Özil hat den Pass von Klose kurz vor der Pause gegen Spanien nicht gut mitgenommen, und ein stärkerer rechter Fuß hätte vielleicht geholfen.

Die Zukunft des Fußball ist nicht 4-5-1, sie ist nicht stürmerfrei, die Zukunft des Fußballs ist beidfüßig.

Stars. Ich wünsche mir Stars, die spielen wie Stars und sich auch wie solche verhalten. Nicht ausgelutschte Namen, die aus Spielkonsolen gemacht sind.

Langsam gehen war im alten Rom ein Status-Symbol, und in einigen Ecken dieser Welt ist es das heute auch noch. Wer langsam geht, hat Geld und lässt andere für sich rennen. Wer wissen will, was ich meine, sollte sich noch mal unseren Angriff vor dem 2:0 gegen England ansehen, und dabei nur auf Gerrard achten, während er sich in der Ballzone befindet.

Andere schießen lieber von der Seitenlinie aus vierzig Meter Entfernung aufs Tor, als einen Angriff auszuspielen. Es war offensichtlich, dass Portugal ohne Ronaldo wesentlich besser gespielt hätte.

Ich wünsche mir Pressing. Am eigenen Strafraum stehen, kann jeder, und ich habe den Eindruck, der Trend geht weg von hochstehenden Viererketten. Das heisst auch, dass wenig Mannschaften wirklich in der gegnerischen Hälfte pressen. Spanien war eine von ihnen, vermutlich ein Grund, warum sie Weltmeister geworden sind. Schade, denn das ist anspruchsvoller, riskanter und ertragreicher. Wer im gegnerischen Drittel den Ball erobert, hat es nicht mehr weit bis zum Tor.

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Lustiges Länder-Raten

von Johan Petersen am 13. Juli 2010

Mit Spanien ist eine Mannschaft Weltmeister geworden, die das Turnier zum ersten Mal gewonnen hat. Wer wohl als nächstes Team das erste Mal teilnimmt?

Quasi in Gedenken an die Länder, die noch nie bei dem Turnier waren, das uns die letzten vier Wochen 24 Stunden am Tag beschäftigt hat:

Nord- und Mittelamerika: Belize, Panama, Guatemala, Nicaragua, Aruba, Anguilla, Dominikanische Republik, Antigua und Barbuda, Bahamas, Barbados, Bermuda, Britische Virgin-Inseln, US Virgin Inseln, Cayman Inseln, Dominika, Französisch-Guiana, Grenada, Guadeloupe, Guiana, Martinique, Montserat, Niederländische Antillen, Puerto Rico, Saint Lucia, Saint Kitts and Nevis, Saint Vincent and the Grenadines, Suriname, Turks and Caicos Inseln.

Südamerika: Venezuela.

Europa: Albanien, Andorra, Armenien, Kasachstan, Aserbaidschan, Weissrussland, Zypern, Estland, Malta, Faröer Inseln, Island, Finnland, Georgien, Lettland, Litauen, Lichtenstein, Luxemburg, Nordirland, Montenegro, Moldavien, Mazedonien, San Marino.

Asien: Brunei, Kambodscha, Laos, Malaysia, Singapur, Philippinen, Myanmar, Thailand, Timor, Vietnam, Hong Kong, Guam, Mongolei, Nördliche Mariannen, Macau, Taiwan, Bahrain, Jordanien, Oman, Qatar, Palästina, Yemen, Syrien, Libanon, Afghanistan, Bangladesh, Pakistan, Malediven, Nepal, Sri Lanka, Tadjikistan, Kirgisien, Turkemistan, Usbekistan.

Afrika: Botswana, Tschad, Lybien, Sudan, Somalia, Äthiopien, Kenia, Tansania, Seychellen, Mosambik, Lesotho, Zentralafrikanische Republik, Mauretanien, Niger, Mali, Burkina Faso, Liberia, Benin, Sierro Leone, Gabon, Sao Tome et Principe, Sambia, Kongo, Kapverdische Inseln, Komoren, Swasiland, Burundi, Uganda, Gambia, Guinea-Bissau, Äquatorial-Guinea, Malawi, Mauritius, Namibia, Zanzibar, Réunion, Madagaskar.

Ozeanien: Papua-Neu-Guinea, Fiji, Tonga, Neu-Kaledonien, Solomonische Inseln, Amerikanisch-Samoa, Samoa, Cook-Inseln, Vanuatu, Tahiti.

Schwer zu sagen. Finnland oder Lettland würden sich sicher nicht blamieren, aber in Europa sind die Gruppen zu hart für diese Mannschaften. Ich denke, der nächste zum ersten Mal Teilnehmer kommt aus Asien, vielleicht auch aus Afrika.

Oder doch Vanuatu?

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Uruguay vs Deutschland

von Johan Petersen am 10. Juli 2010

Es war ein Spiel, dem früh anzusehen war, dass es um nichts mehr ging. Wenig Taktik, viele Fehler. Bis zum Gegentor waren wir besser, zeigten unseren gefälligen Fußball, aber dann kam ein Bruch ins Spiel. Die folgenden leichten Fehler am Ball waren vielleicht ein Zeichen dafür, dass den Jungs am Ende des Turniers die Kraft ausgegangen ist, gerade im Mittelfeld. Schweinsteiger hielt die Bälle zu lange – entweder wegen nachlassender Konzentration bei ihm oder weil vor ihm das Spiel ohne Ball nicht mehr so stattfand wie in den ersten Spielen.

Der erste Gegentreffer war für alle Werder-Fans eine elegante Überleitung zur kommenden Saison. Bei schnellen Gegenstößen hat Mertesacker einfach Probleme, sich zu drehen und Fahrt aufzunehmen. Er hätte mit Aogo stehen bleiben und auf abseits spielen sollen. Ich hoffe, Thomas Schaaf hat auf Norderney den Fernseher eingeschaltet und seine Schlüsse gezogen. Auch bei der Chance von Suarez am Ende der ersten Halbzeit realisiert Mertesacker sehr spät, dass er hinter Friedrich kreuzen sollte – vielleicht hat ihm der schwierige und nasse Rasen Probleme bereitet. Auf jeden Fall wird er sich in dieser Form nicht mehr lange gegen Boateng und Tasci wehren können.

Der Kontrast zwischen Butt und Neuer könnte nicht größer sein – in Sachen Mitspielen zwei verschiedene Torhütergenerationen. Bei vielen Situation im und am Strafraum habe ich mental schon abgeschaltet, in Erwartung des Torwarts – aber der kam nicht, und es wurde brenzlig.

Bei der Führung war wieder die große Stärke von Müller zu sehen, das Antizipieren von Spielsituationen – er ist der erste Spieler auf dem Platz, der erkennt, dass Schweinsteiger schießen wird und bewegt sich zum Tor. Als der Torwart den Ball dann abklatscht, hat er deswegen fünf Meter Vorsprung vor allen anderen.

Am Ende wurde unser Traum doch noch wahr. Wir haben ein Tor nach einer Ecke geschossen.

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Die WM bleibt EM

von Johan Petersen am 9. Juli 2010

Die These von der Südamerika-Weltmeisterschaft war schon Schwachsinn, bevor Brasilien, Argentinien und Paraguay im Viertelfinale ausgeschieden sind. (Medien erklären zu oft kurzfristige Phänomene zu langfristigen Trends.)

Ich glaube, man konnte im interregionalen Vergleich drei Dinge beobachten:

Südamerika. Ich vermute, dass sich schlichtweg innerhalb Südamerikas die Lücke zwischen den beiden Riesen Brasilien und Argentinien auf der einen und den übrigen Ländern auf der anderen Seite verringert hat. Ich kenne mich in Südamerika leider nicht aus, aber ein Grund könnte die massive Ausweitung europäischer Scouting-Netze in den letzten zehn Jahren sein. Heute ist es vermutlich undenkbar, dass ein Valdez durch Zufall von einem deutschen Bankier in einem Bergdorf entdeckt wird. Damit lohnt es sich für Vereine auf dem gesamten Kontinent, Talente zu produzieren. Vielleicht hat auch die Trainer-Ausbildung außerhalb der großen Zentren Fortschritte gemacht.

Damit hat Südamerika jetzt in gewisser Weise das nachgeholt, was sich in Europa in den 90er Jahren abgespielt hat, ausgelöst durch die Öffnung des Ostblocks. Das bringt natürlich auch mit sich, dass diese Mannschaften im Vergleich zu kleinen und mittelgroßen Ländern aus anderen Kontinenten aufgeholt haben.

Europa. Immer schon ist die eine oder andere große europäische Nation früh ausgeschieden (es gibt eben mehr davon als in allen anderen Regionen). Es war für mich reiner Zufall, dass es dieses Mal drei auf einmal erwischt hat. Beziehungsweise es war kein Zufall, denn zwei von ihnen waren vor vier Jahren die beiden besten Mannschaften des Turniers, was eine Erneuerung und Verjüngung ihrer Mannschaften verhindert hat.

Asien. Südkorea und Japan haben mir gut gefallen, und sie werden ab jetzt regelmäßiger Gast im Achtelfinale sein. Sie sind gut geordnet, laufstark und diszipliniert. Gerade Japan hat einige herausragende Techniker hervorgebracht, aber auch in der Breite haben alle Spieler ein sehr gutes Passspiel. Um in die Weltspitze zu kommen, scheinen aber vor allem Stürmer zu fehlen, die vor dem Laden eiskalt sind. (Hinter diesen beiden Mannschaften kommt dann lange nichts, und der Transfer Australiens in die Asien-Gruppe wird das auch nicht verbessern.)

2006 waren vier europäische Mannschaften im Halbfinale, dieses Mal drei. So war es in den vergangenen zwanzig Jahren und so wird es in naher Zukunft auch bleiben.

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Deutschland vs Spanien

von Johan Petersen am 7. Juli 2010

Zum ersten Mal hat ein Gegner unsere Stärken zur Kenntnis genommen und sich entsprechend darauf eingestellt. Torres saß auf der Bank, und Villa rückte ins Zentrum. Damit war die linke spanische Seite besser aufgestellt.

Wir gingen sehr passiv ins Spiel und überließen Spanien den Ballbesitz. Ich frage mich, ob das eine taktische Anweisung war, die auf Konter setzte, oder sich in der Anfangsphase ergeben hat. Uns fehlte die Überzeugung und Aggressivität aus den bisherigen Spielen. Wenn man als Trainer eine Mannschaft etwas defensiver einstellt, hat das oft den unerwünschten Nebeneffekt, dass die Mannschaft im Pressing, im Auftreten weniger aggressiv ist – dabei sollte das eigentlich unabhängig von der taktischen Einstellung sein. Endlich sah man mit Spanien auch mal eine Mannschaft, die bewußt mitten in der gegnerischen Hälfte Pressing gespielt hat. Gepaart mit einigen Ballverlusten, die bereits gegen Argentinien zu sehen waren, konnten wir so sehr selten das Mittelfeld überbrücken, um Klose und Özil einzusetzen.

Letztlich haben wir keine Mittel gefunden, den spanischen Spielfluss zu unterbinden. In der ersten Halbzeit haben sie uns vor allem mit vertikalen Pässen direkt in die Spitze in Verlegenheiten gestürzt, in der zweiten Halbzeit haben wir das zentrale Mittelfeld nicht so gut zugestellt, so dass Spanien erst spät im Angriff auf den Flügel spielen musste.

Ein Indiz dafür, dass Löw bewußt defensiver spielen wollte: Khedira schien sich merklich zurück zu halten, seine Antritte in die Spitze waren nicht zu sehen.

Andersrum kamen wir nie dahin, wo man dem Gegner weh tut – hinter die Abwehr. Links konnte Podolski zu keinem Zeitpunkt Ramos in die Defensive zwingen. Auf rechts war Trochowski wie erwartet kein ausreichender Ersatz für Müller. Auf der einen Seite hat er nicht dessen Klasse, auf der anderen Seite ist es schwer, in eine so eingespielte Mannschaft zu kommen. Mit seinem tollen Schuss Ende der ersten Halbzeit hat er seine große Stärke, den beidfüßigen Torschuss, beinahe erfolgreich eingesetzt. Insgesamt stimmte das Zusammenspiel auf dem Flügel nicht, und Spanien zeigte eine gute Ordnung. Ich glaube, Lahm ist in der 79. Minute das erste Mal am gegnerischen Strafraum gewesen – das sagt alles. (Vielleicht hätte man die Außenverteidiger mal die Seiten wechseln lassen sollen.)

Löw hat die vermutlich zu defensive Grundeinstellung korrigiert, indem er früh nach der Pause Jansen und Kroos gebracht hat.

Das Tor fiel leider in einer Phase, in der wir uns gerade etwas befreit hatten. Puyol kam von sehr weit hinten, von der Strafraumgrenze, ohne in seinem Anlauf gestört zu werden. Mit Khedira musste sich ein Mittelfeldspieler alleine gegen die beiden gegnerischen Innenverteidiger in der Luft behaupten – da ist etwas völlig schief gelaufen.

Neben Trochowski wird vermutlich Özil kritisiert werden. Auf der einen Seite hatte er es schwer, weil es dieses Mal keine Unterstützung aus dem defensiven Mittelfeld bekam, und es auf den Flügeln keine Räume gab. Auf der anderen Seite hat Klose mit seiner sehr guten Leistung gezeigt, was man vorne ohne Unterstützung leisten kann. (Geniale Ballmitnahme vor dem nicht gegebenen Freistoß für Özil an der Strafraumgrenze.)

(Ich kann mich an kein Spiel erinnern, bei dem es in der ersten halben Stunde kein Foul gab. Auch das ein Indiz für allerhöchstes Niveau. Gerade Friedrich und Boateng haben in einigen heiklen Situationen foulfreies Zweikampfverhalten gezeigt, das zu den Highlights dieser WM gehörte.)

Fazit: Wir waren dichter dran als 2008, als wir keine Chance hatten. Unter dem Strich ist die Niederlage aber verdient.

Vielleicht hätte man versuchen sollen, Spanien von Anfang an mit Elan und Euphorie zu überrennen. Wir haben zu viel Respekt gezeigt. Hinten sind sie am ehesten anfällig und Fehler macht ein Gegner nur, wenn man ihn zu Fehlern zwingt. Ihn beschäftigen, in Nöte bringen, um es mit Thomas Schaaf zu sagen.

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Gegen Spanien: Mannschaft vs Mannschaft

von Johan Petersen am 6. Juli 2010

Spielweise und -system beider Mannschaften sind hinlänglich bekannt, daher halte ich’s kurz.

Gegen Spanien spielen wir zum ersten Mal bei dieser WM gegen eine Mannschaft, die seit Jahren die gleiche Spielweise praktiziert, und die vor allem eine Mannschaft ist. Das galt weder für England mit seinen Individualisten, noch für Argentinien mit seinen Offensivkünstlern.

Deswegen wird es schwer, und nicht weil Spanien den tollen Fußball spielt, gegen den wir bei der EM 2008 keine Chance hatten. Torres ist nicht in der Form von vor zwei Jahren, und wir spielen mittlerweile ähnlichen Fußball.

Außerdem spielt Spanien das 4-2-3-1, das England und Argentinien gegen uns bitter nötig gehabt hätten. Özil wird weniger Raum haben als bisher, und im zentralen Mittelfeld werden drei Deutsche auf drei Spanier treffen, wir haben hier keine Überzahl mehr.

Entscheidend könnte sein, das offensive Spiel von Villa auf unserer rechten Seite auszunutzen. Ich bin gespannt, wie er gegen Lahm und den Müller-Ersatz nach hinten mitarbeitet. In diesem Sinne tut die Sperre doppelt weh. Auch auf dem anderen Flügel könnte es darum gehen, den Spieß umzudrehen: mit Ball wird Sergio Ramos viel Platz gelassen, die Mittelfeldspieler halten eher die Mitte - das kann zu Löchern in der Rückwärtsbewegung führen, die Podolski hoffentlich ausnutzen kann.

Auch wenn Spanien bisher wenig von dem Fußball gezeigt hat, den wir 2008 von ihnen gesehen haben: von den bisher fünf besten Mittelfeldspielern des Turniers sind vermutlich mindestens drei Spanier, daher müssen wir in der Defensive eine ähnlich konzentrierte Leistung abliefern wie gegen Argentinien. Gerade Iniesta ist kaum auszuschalten, und Lahm muss gegen Villa Unterstützung aus dem Mittelfeld haben, damit er nicht mit Tempo auf Mertesacker zulaufen kann.

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Argentinien vs Deutschland

von Johan Petersen am 3. Juli 2010

Das mit dem Wiegen und der Waage, Argentinien und Brasilien haben wir gestern schon besprochen.

Daher direkt zum Spiel. Wie erwartet, geht es ab dem Viertelfinale zunehmend um Standardsituationen – siehe Niederlande vs Brasilien. Wie nicht erwartet, begann das Spiel mit einem deutschen Tor nach einem Standard.

(Natürlich sind diese Bälle aus dem Halbfeld für einen Torhüter knifflig, er weiß erst Zehntel-, Hundertstelsekunden vor seiner Ballberührung, ob der Stürmer den Ball noch touchiert oder nicht. Aber gerade deswegen trifft er entweder eine frühe Entscheidung, geht ins Risiko, oder stellt sich möglichst beweglich auf – Romero hingegen verwandelte sich kurz entschlossen in einen Volleyballer, der einen gegnerischen Schmetterball oder Aufschlag raus pitchen will. Damit war so beweglich wie ein breitbeiniger Sumoringer.)

Der Freistoß resultierte aus einer Einzelaktion Podolskis gegen Otamendi. Er machte im gesamten Spiel einen wesentlich agileren, konzentrierteren Eindruck als bisher und unterstützte auch die Defensive in einigen Situation sehr gut. Wie ebenfalls erwartet waren diese Duelle auf den Flügeln, gegen die schwachen argentinischen Außenverteidiger dieses Mal spielentscheidender als die Aktionen Özils im Zentrum. Denn Özil hatte mit Mascherano zum ersten Mal im Turnier einen tiefsitzenden, Weltklasse-Gegenspieler gegen sich. Andererseits war er auch nicht so stark wie bisher – sein Spiel ohne Ball war bei weitem nicht so aggressiv und weiträumig wie in den ersten Spielen.

Ein frühes Tor also, und in der ersten Viertelstunde sah man noch das mittlerweile von uns gewohnte Kombinationsspiel. Zunehmend warteten wir aber auf den Fehler, den sich Heinze oder Demichelis  leisten würden. Dieser Fehler kam in der 24. Minute, aber Klose vergab aus elf Metern.

Zunehmend versickerte allerdings unser Angriffsspiel – das Spiel ohne Ball im letzten Spielfelddrittel blieb bei weitem hinter dem zurück, was wir in den bisherigen Spielen gesehen haben. Gerade bei einigen Angriffen über links (zum ersten Mal gab es eine Balance zwischen beiden Flügeln) versäumten es Özil und Klose, sich auf den linken Flügel oberhalb Podolskis und Boatengs zu lösen. Auf beiden Flügeln gab es zwischen Außenverteidiger und Flügelspieler bisher nicht gesehene Missverständnisse bei den Laufwegen. Lahm bzw. Boateng kontrollierten den Ball, anstatt direkt Müller bzw Podolski zu überlaufen. So verschenkten wir einige Situationen, in denen wir Überzahl hätten herstellen können. Gerade Lahm hatte auf rechts große Freiräume, die oft verschenkt wurden.

Nach etwa 25 Minuten wurden wir immer passiver, und konnten unser Passspiel immer seltener durchbringen.

Auf der anderen Seite begann Argentinien wie erwartet mit einer Art Mittelfeldraute. Ich habe Messi während der Saison nicht gesehen, aber er schien sich tiefer als sonst fallen zu lassen, er nahm die Bälle an der Mittellinie entgegen, und lief dann auf unsere Abwehr zu bzw. versuchte, mit Doppelpässen in Richtung Strafraum zu kommen.

Das meiste lief über unsere linke Seite: fast jeder Angriff Argentiniens lief über einen kleinen Raum, eine kleine Tasche im Rücken von Podolski und neben oder vor Schweinsteiger. Dort kreierte Argentinien immer wieder kritische Winkel, die Boateng dazu zwangen, seine Position zu verlassen – was entweder Raum auf dem Flügel oder Passwege durch unsere Kette schuf. Das sorgte für viele kritische Situationen am und im Strafraum, und wir retteten das 0:1 letztlich in die Pause.

Trotzdem war es eine sehr gute Abwehrleistung - ich kann mich an keine Situation erinnern, in der ein deutscher Verteidiger allein ins 1 gegen 1 gehen musste. Beeindruckend, wie sich alle gegenseitig unterstützt haben, wie die Abstände zwischen den Mannschaftsteilen und den Verteidigern immer stimmten. Hinzu kam (vor allem nach der Pause), dass Argentinien die falschen taktischen Mittel gegen unsere tiefstehende Abwehr eingesetzt hat: zu oft wollten sie sich in den Strafraum kombinieren, es fehlte die Durchschlagskraft.

Das ist der Rückblick, während des Spiels hingegen fühlte es sich ab der 25. Minute so an, dass Argentinien sukssive Druck aufbaute, und ein Tor nur eine Frage der Zeit schien. Das hatte einen Grund: fußballerisch haben wir heute in der Phase zwischen diesem Zeitpunkt und dem 0:2 die mit Abstand schwächste Leistung geboten. Es war vermutlich das erste Zugeständnis an den großen Druck: es gab es keinen deutschen Spieler, der sich nicht einfache Ballverluste in Form von Fehlpässen und schlampigen Ballannahmen leistete. Selbst gegen Ghana und Serbien, als die Räume eng waren und wir wenig kombinieren konnten, leisteten wir uns nicht solche Ballverluste. Das galt auch und vor allem für unsere besten Fußballer: Lahm, Schweinsteiger und Özil.

In der Phase vor dem 0:2 sah es so aus, dass uns nur ein Rückfall in hundert Jahre deutsche Turnier-Historie retten würde: Grass fressen und kämpfen.

Letztlich spielentscheidend war aber — neben der unter dem Strich guten Ordnung in der Defensive–, dass sich sowohl Schweinsteiger als auch Khedira trotz der spielerischen Probleme weiterhin vorne einschalteten. Das wichtige 0:2 wurde nicht von Müller, sondern von Khedira vorbereitet, der einen Raum vor sich erkannte und mit Ball hinein stiess.

Auch Schweinsteiger spielte überragend und liess sich von seinen eigenen Problemen am Ball nicht verunsichern. Seine Passsicherheit half uns bereits im ersten Drittel, er ersetzte in gewisser Weise Özil als Spielmacher, aber nach einem langen Loch nahm er das Heft in die Hand, trieb unsere Angriffe voran und zeigte vor dem 0:3 ein tolles Solo.

Auf der einen Seite denke ich, dass unser Sieg wegen des Spielverlaufs um ein oder zwei Tore zu hoch ausfiel. Auf der anderen Seite ist es offensichtlich unsere Qualität, einen angeschlagenen Gegner im richtigen Moment endgültig in die Seile zu schicken, und die Führung auszubauen. Brasilien ist gestern ausgeschieden, weil es genau diese Qualität nicht hatte.

Die drei letzten Tore fielen alle über unsere linke Angriffsseite, ausgeführt mit klinischer Präzision und Selbstlosigkeit. Bei keinem unserer Angriffsspieler hat man das Gefühl, dass sie sich an der Spielkonsole verdribbeln. Sie legen den Ball dem besser stehenden Mitspieler auf, und dann ist er drin. Hört sich selbstverständlich an, ist es bei dieser WM aber nicht.

Ist Neuer ein Jahrhundert-Torhüter? Man kann das nicht mehr ausschließen.

Es gibt eine Sache, die ich damals im Geschichtsunterricht falsch verstanden habe. Deswegen bin ich heute so verwirrt wie ein von Messi ausgedribbelter Verteidiger: mir hat im Klassenraum keiner gesagt, dass man live dabei sein kann, wenn Geschichte geschrieben wird. So, wie es diese Mannschaft tut.

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