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Treffer

Arsenal vs Chelsea: Wengers 4-5-1 glänzt nur einmal

von Johan Petersen am 28. Dezember 2010

Zuletzt schienen die Schöngeister von Arsene Wenger nicht das Nervenkostüm für big points gegen die anderen großen Teams der englischen Liga zu haben. Nerven zeigte jedoch nur die Maschine Chelsea, deren beiden Aussetzer nach der Pause in nur zwei Minuten das Spiel entschieden. [click to continue…]

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Eintracht vs Dortmund, das 1:0: Altintops Marionetten

von Johan Petersen am 19. Dezember 2010

Es war der Treffer des Spieltags, weil er der Übermannschaft Dortmund die erste Niederlage seit dem ersten Spieltag beigebracht hat. Aber das 1:0 von Gekas war auch ein herrlicher Treffer mit tollen Laufwegen.

Die Ausgangssituation: Gekas (9) hat sich fast bis an die Mittellinie fallen lassen, wird angespielt und leitet den Ball auf den Flügel, wo er Jung (6) erreicht. Damit hat der Grieche den Innenverteidiger Hummels (4) weit aus seiner Position gezogen. Der Sechser da Silva (2) ist de facto an seiner Stelle in die Viererkette gerückt.

Den entscheidenden Laufweg leistet Altintop (7). Als Jung den Ball hat, läuft er diagonal auf den kurzen Pfosten. Wie Marionetten, die an unsichtbaren Fäden hängen, schwingt die Dortmunder Viererkette nach vorne. Währenddessen schleicht sich Gekas in einem Bogen in den Rücken der Abwehr und Hummels, mit einem Laufweg diametral zu allen anderen Laufwegen auf dem Platz!

Der Spielzug und Torabschluss: Jung spielt am Rücken der Abwehr entlang einen tollen Pass in den Strafraum zu Fenin (8), der Piszczek (6) und Hummels (4) auf sich zieht, den Ball aber mit der Hacke zu Gekas durchrollen lässt. Völlig frei vor Weidenfeller ist der Grieche eiskalt.

Gegen Werder und die Eintracht hat Dortmund nicht mehr so überzeugt wie zuvor in dieser außergewöhnlichen Hinrunde. Die Winterpause kommt gerade rechtzeitig, aber es steht außer Frage, dass Dortmund Meister wird. 65 Punkte dürften reichen, und damit braucht die Borussia nur noch 22 aus 17 verbleibenden Spielen.

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Werder vs Inter, das 2:0: Marins Straßensperren

von Johan Petersen am 16. Dezember 2010

Die meisten Tore fallen, weil der Gegner Fehler macht. In Ermangelung eines solchen fiel das 2:0 gegen Inter trotz eigener Fehler im Angriff, beide von Marko Marin.

Die Ausgangssituation: Hunt treibt den Ball von der Mittellinie auf Inters Abwehr zu. Arnautovic startet aus dem Zentrum auf halbrechts, ohne angespielt zu werden (vertretbar, weil es keinen freien Passweg gab). Marin steht im Zentrum und müsste in den von Arnautovic geöffneten Raum unmittelbar vor der Viererkette laufen – Hunt hätte einen diagonalen Pass spielen können, und Marin wäre vielleicht durch die Kette gekommen (siehe den in Rot dargestellten Raum mit dazugehörigen Lauf- und Passwegen). Ein nachrückender Mittelfeldspieler hätte seinen Raum besetzen können, als Absicherung im Falle eines Ballverlusts.

Stattdessen bleibt Marin stehen, lässt sich de facto fallen und zwingt Hunt zu einem Querpass. Dann weiß er nicht wohin, weil Inters Viererkette die Lücke inzwischen geschlossen hat. Marin wartet einige Momente mit Ball und nimmt dem Angriff den letzten Rest Tempo.

Dann begeht er seinen zweiten Fehler: er spielt einen Querpass in den Rücken von Hugo – weil er den rechten Fuß nimmt, nicht den linken wie damals Bargfrede.

Hugo muss einige Schritte zurück laufen, um den Ball aufzunehmen. Die Klasse von Hugo und Arnautovic bringt den Ball dann trotz dieser doppelten Straßensperre von Marin noch in Inters Tor unter. [click to continue…]

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Gladbach vs Werder, das 0:1 und das 0:2: 0,1,0,0,1,0,1

von Johan Petersen am 25. Oktober 2010

Fußball ist ein digitales Spiel, denn es kennt nur zwei Zustände: Ballbesitz und Nicht-Ballbesitz.

Der Übergang zwischen beiden Zuständen ist so wichtig, dass in der holländischen Fußballlehrer-Ausbildung zwischen vier Phasen unterschieden wird: eigener Ballbesitz, gegnerischer Ballverlust, Ballgewinn und Ballverlust.

Gute Mannschaften bereiten sich bereits bei Ballbesitz auf den Ballverlust vor: so können sie ihn sofort zurück erobern. Dortmund macht das gut, und die spanische Nationalmannschaft sowieso. Vor allem sollte sich eine Mannschaft als Gruppe über den Platz bewegen, um die Abstände zwischen den Spielern und den Mannschaftsteilen gering zu halten und eine vertikale Staffelung herzustellen.

Das hat bei Gladbach am Samstag nicht funktioniert, weil der 6er Bradley bei eigenem Ballbesitz viel zu weit aufrückte, und damit ein Loch ins Mannschaftsgefüge riss, durch das Werder kontern konnte.

Das 0:1. Gladbach ist weit aufgerückt und verliert den Ball in unserem Strafraum. Die Abbildung zeigt die Positionen kurz nach dem Ballverlust:

Es befinden sich vier (!) Werder-Spieler im Rücken von Bradley (6), der sich zu weit vor der Viererkette aufhält (roter, vertikaler Pfeil). Wesley (5) bring den Ball zu Hunt (14), der den Ball etwas treibt und dann quer auf Marin (10) passt. Bradley kann ihn erst tief in der eigenen Hälfte per Foul stoppen. Den Freistoß schießt Marin in die Mauer, aber Bradley ist auch hier rechtzeitig zur Seite gegangen, so dass der Ball ins Tor fliegt.

Das 0:2. Der Gladbacher Außenverteidiger (2) führt den Ball. Eigentlich müsste ihn einer der Sechser absichern – aber Bradley (6) setzt in dem Moment einen Spurt nach vorne an, in dem der Außenverteidiger den Ball auf eine Spitze (9) spielt – eng markiert von Prödl (15) verliert diese den Ball, der direkt zu Marin (10) springt.

Zieht man den im Abseits stehenden Gladbacher Stürmer ab, steht fast die gesamte Gladbacher Mannschaft im Moment des Ballverlusts auf einem Streifen von vielleicht zehn Metern (rote Fläche) – eine Katastrophe. Marin und der letzliche Torschütze Wesley (5) haben das gesamte Spielfeld vor sich.

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Werder vs Köln, das 1:0 und das 2:0

von Johan Petersen am 30. August 2010

Das Bilden von Dreiecken ist eine grundlegende Strategie mit Ball. Der ballführende Spieler sollte mindestens zwei oder drei Anspielstationen haben; am besten werden die Dreiecke flexibel  in 10 bis 15 Metern Entfernung vom Ball aufgebaut, breit und tief. Idealer Weise wird ein Netz aus fünf bis sechs Spielern sukzessive über das Feld gezogen, bis eine Flanke oder ein Pass in die Tiefe möglich ist.

Was mir an der Raute am besten gefällt: die Dreiecke auf dem Flügel werden erst im Laufe des Angriffs aufgebaut, also immer aus einer Bewegung heraus, anstatt dass dort wie im 4-5-1 oder im 4-3-3 bereits Angreifer auf den Ball warten. Denn das erfordert ein sehr gutes Spiel ohne Ball von diesen Spielern (z.B. wie bei Arjen Robben oder Thomas Müller), um sich von ihren Gegenspielern zu lösen. Mit Raute hingegen laufen Spieler flexibel und damit wenig berechenbar in diesen Raum hinein.

Wichtig ist, dass ein Spieler die Position auf dem Flügel besetzt. Hier ist es der rechte Spieler in der Raute (7), es kann aber auch der Spielmacher sein (10). Auch die anderen drei Spieler der Raute verschieben sich zum Flügel, bilden Dreiecke für Pässe und sichern sich gegenseitig ab.

Oben kann zusätzlich eine Spitze (11) auf den Flügel als Anspielstation kommen, während auch der Außenverteidiger (2) an den Kombinationen teilnimmt. (Ich halte es übrigens für falsch, dass bei Werder wegen der Raute die Außenverteidiger per se mehr nach vorne machen müssen als in anderen Mannschaften/Vereinen, wie manchmal zu lesen.)

So kann in diesem wichtigen Raum (siehe Quadrat) ohne lange Laufwege aus der Grundposition heraus Überzahl hergestellt werden – gerade wenn ein oder zwei Spieler diagonal in den Rücken des gegnerischen Mittelfelds gelangen, wird es immer gefährlich. Das hat im Hinspiel gegen das 4-4-2 von Sampdoria gut geklappt und so fielen auch die Tore gegen Köln.

Das 1:0: Köln presst gut gegen Mertesacker (29), Bargfrede (44) und Frings (22), der es aber schafft, den Ball an seinem Gegenspieler vorbei zu Fritz (8) zu spitzeln. Der wird vom Außenverteidiger (2) angegriffen, und spielt den Ball weiter zu Marin (10), der im Rücken des zu hoch stehenden Petit (8) auf den Flügel entwischt. Petit schafft es dann fataler Weise nicht, Marin vor dem Strafraum zu stellen.

Das 2:0: Hier ist es Borowski (6), der aus der Raute die Position ganz außen übernimmt. Bargfrede (44) bekommt einen Pass aus der Abwehr, den er in den Lauf von Borowski auf den Flügel spielt. In der Mitte kreuzen Pizarro (24) und Arnautovic (7). Am Außenverteidiger vorbei kommt Borowski zur Flanke.

 

Dieses Tor zeigt einen weiteren Vorteil der Raute: man hat bei diesen Angriffen über die Flügel fast immer zwei echte Angreifer im Strafraum, die wissen, was vor dem Laden zu tun ist – anders als nachrückende Mittelfeldspieler wie z.B. Marin, der zu klein für Flanken ist.

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Werder vs Genua, das 3:0

von Johan Petersen am 19. August 2010

Gute Angreifer sind in Wirklichkeit Judoka. Schlägt ein Gegner mit einem wilden Faustschlag zu, nehmen sie seine Bewegung auf, und verwandeln sie in Energie, mit der sie den Gegner auf die Matte legen. Mit der sie sich einen Bewegungsvorsprung erarbeiten, um in der Sportart zu bleiben. Dazu muss man Schlitzohr sein, und Pizarro ist ein anderes Wort für Schlitzohr.

Er hat sich beschwert. Zumindest stand hier und da geschrieben, dass er gerne eine zweite Spitze neben sich hätte. Beziehungsweise vor sich, denn Pizarro ist bei allen Strafraumqualitäten ein umtriebiger Stürmer, der sich gerne aus der Abwehr fallen lässt, und dann weiter vorne noch eine Anspielstation braucht: die öffnet ihm Räume, in denen er besser Judoka sein kann.

Schaaf hat ihn erhört, aber das Schlitzohr hat das ganze gegen Genua dann auch gleich bildlich dargestellt.

Der Spielzug: Bei einem Gegenangriff direkt nach dem 2:0 setzt sich Pizarro (24) von der Kette ab, um Fritz (8) eine Anspielstation zu bieten (wie bereits vor seinem Tor im Pokal gegen Ahlen). Er bekommt den Ball, und spielt einen Doppelpass mit Fritz. Genuas Mittelfeld steht fataler Weise auf einer Höhe (blaue Linie) und deswegen kommt Pizarro in den sehr gefährlichen Raum zwischen Mittelfeld und Kette.

Der Innenverteidiger (6) gibt seine Position auf und greift Pizarro an (roter Laufweg). So steht es im Lehrbuch, aber es ist eine tödliche Aktion, denn Almeida (23) besetzt den entstandenen Raum. Wenn ein Abwehrspieler seine Position hier aufgibt, wird er sie nie wieder sehen. Er verabschiedet sich von seinen Liebsten und zieht ins letzte Gefecht.

Der Torabschluss: Pizarro übertölpelt den Verteidiger, indem er sich den Ball direkt an ihm vorbei legt. So nutzt er dessen Bewegung auf ihn zu aus wie ein Judokämpfer den Faustschlag: er kann sofort hinter gehen, und hat großen Bewegungsvorsprung, als er den von Almeida mit der Hacke vorgelegten Ball erreicht. Die Abwehrspieler müssen sich schließlich drehen, und er läuft allen auf einmal in den Strafraum davon.

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Schalke vs Werder, das 0:2

von Johan Petersen am 2. Mai 2010

Clemens Fritz hat in den zehn Minuten nach der Pause, in denen das Spiel plötzlich zu Gunsten Werders kippte, drei Bälle erobert. Zwei davon in der eigenen Hälfte auf der Außenbahn – aber einen davon tief in des Gegners Hälfte. Mitten im gegnerischen Spielaufbau, wenn der Gegner zum einen durch seine eigenen Laufwege gerade die defensive Ordnung aufgibt und zum anderen nach seinem Ballverlust wegen der kurzen Wege zum Tor kaum noch Zeit hat, ihn rechtzeitig zurück zu erobern.

Pressing bedeutet: man muss nicht zustechen, der Gegner läuft einfach ins Messer. Daher spielen es eigentlich alle Mannschaften, wenn der Gegner in dessen Hälfte einen Einwurf hat – die Chance, dass man den Ball erobert, ist sehr hoch.

Die Ausgangssituation: Schalke hat in Person von Westermann (3) Einwurf in der eigenen Hälfte. Er wirft den Ball nicht die Linie entlang, sondern quer ins Feld – immer riskant. Dorthin ist Edu (7) ausgewichen, verfolgt von Fritz (8). Eine Kombination aus fehlenden technischen Möglichkeiten und Pressing von Fritz hindern ihn daran, den Ball zur anderen Seite (in der sich Rafinha (2) in der Erwartung der Spielverlagerung bereits löst) hin mitzunehmen. Stattdessen passt er den Ball abenteuerlicher Weise in die Pressing-Zone zurück (rote Fläche), dazu noch in den Rücken von Westermann. Zum Zeitpunkt der Ballverlusts befinden sich drei Spieler in der Vorwärtsbewegung (rote Pfeile) – tödlich.

Der Spielzug und Torabschluß: Westermann verliert den Ball also an Özil (11). Die Innenverteidiger (4) (5) konzentrieren sich auf Özil und Pizarro (24). In ihrem Rücken startet Almeida (23) – Rafinha, der uns auf dem Flügel mit Farfan vor viele Probleme gestellt hat, kommt nicht rechtzeitig zurück.

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Werder vs Freiburg, das 2:0

von Johan Petersen am 14. April 2010

Das eigene Spielfelddrittel ist ein steriler Raum. Man darf dort nicht schlampen, nicht ungenau sein. Man ist dort Beamter, geht keine Risiken ein, unternimmt nichts auf eigene Faust, sondern setzt alle Vorgaben buchstabengetreu um.

Aaron Hunt mag das nicht, er ist auch dreißig Meter vor dem eigenen Tor das schlampige Genie, das den Ball erstmal gerne bei sich hat. Als ihm also im Spiel gegen Freiburg im eigenen Strafraum eine verunglückte Abwehr von Naldo vor die Füße fällt, ballert er den Ball nicht gleich aus der Gefahrenzone, sondern kontrolliert ihn, führt ihn kurz zur Seite weg und schießt ihn erst dann raus.

Das ging in der Rückrunde schon einige Male schief, und hat auch zu Gegentreffern geführt.

Fakt ist: wenn er den Ball wie ein Beamter auf die Nordgerade geschossen hätte, wäre dieses (das Spiel entscheidende) Tor nicht gefallen.

Die Ausgangssituation: Freiburg greift über rechts an, die Flanke landet bei Hunt (14). Sein Pass, der sich als eine geniale Spieleröffnung heraus stellen wird, landet bei Pizarro, der den Ball sehenswert verarbeitet. Bedrängt von einem Gegenspieler wendet er sich dem Flügel zu, auf dem Özil (11) gestartet ist, und spielt ihn an.

Der Spielzug: Özil dribbelt vom Flügel in die Mitte, um auf nachrückende Spieler zu warten. Das sind deren drei: Pizarro hinterläuft ihn, Pasanen (3) sprintet die Außenlinie entlang, und auch Hunt rückt auf. Özil will wohl Pasanen anspielen, aber Pizarro geht dazwischen.

Der Torabschluß: Pizarro dribbelt nach innen, und zieht mehrere Gegenspieler auf sich. Pizarro wird wiederum von Hunt hinterlaufen (neben seiner Technik ist für das Spiel ohne Ball in der Offensive seine große Stärke), übernimmt den Ball, dringt elegant gegen die Laufrichtung zweier Abwehrspieler (4)(5) in den Straufraum ein und schließt den Angriff ab, den er drei Stationen früher selber eingeleitet hat.

Ein klasse Angriff. Zwei Mal im richtigen Moment den Ball gehalten, damit sich Mitspieler frei laufen können; zwei Mal macht sich der Passgeber per Hinterlaufen selber wieder anspielbar.

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Werder vs Twente, das 2:0

von Johan Petersen am 26. Februar 2010

Van Buyten ist für mich der Hinkelstein im Innenverteidiger. Alle Ähnlichkeiten im Bewegungsablauf deuten darauf hin. Vermutlich müsste Asterix ihm also einen Schlag auf den Hinterkopf geben, damit er sehen kann, wie sich eine Fummelzwille wie Marin unten um ihn herum dreht.

Es sind schon mehrfach Tore gefallen, indem Marin auf der Halbposition entgegen kommt, und dann einen Spieler einsetzt, der in den durch seinen Laufweg geöffneten Raum stößt.

Die Fähigkeit, sich in den Schützengräben vor dem Strafraum zum Tor hin zu drehen, ist so selten wie wertvoll – wenn dann der Pass gelingt.

Die Ausgangssituation: Enschede verliert den Ball auf dem Flügel an Özil (11), der den Ball direkt auf Marin (10) spielt, der vom Strafraum entgegen kommt – beide haben den Ballgewinn erfasst, noch bevor sie die Kugel haben. Marin dreht sich um seinen Gegenspieler, und spielt in die Gasse zurück zu Özil, der in den von Marin geschaffenen Raum (weiße Fläche) gelaufen ist.

Der Torabschluss: Im Strafraum stürzen sich zu viele Abwehrspieler auf Özil, können ihn nicht stoppen – Almeida und Pizarro stehen frei vor dem Laden.

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Freiburg vs Werder, das 0:4

von Johan Petersen am 25. November 2009

In der zweiten Halbzeit gegen Freiburg hatte Werder leichtes Spiel. Die Tore fielen, weil entweder die Freiburger Kette sehr weit aufgerückt war, oder weil ein großes Loch zwischen Angreifern/Mittelfeld und Abwehr klaffte, das Werder dann schnell überbrücken konnte (vor dem 0:3).

Nur die Spitzenteams können das mit schnellem Umschalten ausnutzen. Beim 0:4 glänzte Per Mertesacker mit seiner manchmal genialen Spieleröffnung. Das ging so schnell zwischen Balleroberung und Torabschluss, dass hier alles auf einem Bild Platz findet:

Werder steht relativ hoch, die Freiburger Abwehr an der Mittellinie, daher ist das Spielfeld sehr klein und anspruchsvoll (weiße gestrichelte Linien). 80 Prozent der Innenverteidiger in der Liga würden den Ball daher nach Balleroberung entweder quer spielen oder lang schlagen (weiße Pfeile), wo Marin (10) im Abseits steht.

Mertesacker (29) spielt den Ball jedoch vertikal ins Mittelfeld, beweist tolle Übersicht, da der Pass zu Jensen (20) gegen die Laufrichtung aller Spieler etwas nach links versetzt ist. Jensen spielt den Ball in die Spitze zu Özil (11), der wegen eines Stellungsfehlers eines Freiburgers (5) nicht im Abseits steht.

Denn Rest macht er wie damals Toni, ohne Körpertäuschung, einfach mit hohem Tempo am Keeper vorbei.

Freiburg vs Werder, das 0:4

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