Posts tagged as:

Spieler

Die Zöpfe von Thomas Schaaf

von Johan Petersen am 5. Februar 2010

Der neunte September 2001 war der vielleicht wichtigste Tag in der Trainerkarriere von Thomas Schaaf. Nach einem schwachen Saisonstart stand Werder im Keller. Schaaf hat kurzerhand die beiden größten Werder-Ikonen der 90er Jahre, Eilts und Herzog auf die Bank gesetzt, einen jungen Mann von der rechten Seite vor die Abwehr befördert, und Banovic zum neuen Regisseur gemacht. Er hat die Probleme analysiert, und auf dem Platz gehandelt. Am Ende wurde Werder sechster, UEFA-Pokal.

“Ich musste etwas ändern,” hat Schaaf damals in etwa gesagt, hat mit seiner trockenen Art, mit diesen einfachen Worten einen gewaltigen Umbruch in der ersten Elf beschrieben.

Nach fünf Niederlagen in Folge, sieben sieglosen Spielen, ist Werder wieder in der Krise. Es ist jetzt die Aufgabe von Schaaf, die Lage zu analysieren und auf dem Platz zu handeln.

Für mich ist Torsten Frings eine wesentliche Ursache der Talfahrt. Vor seiner Verletzung im Herbst war er in guter Form, aber seitdem ist er ein Sechser, der den Ansprüchen von Werder nicht mehr genügt. Er gewinnt wenig Bälle, kommt spät in die Zweikämpfe und leistet sich viele einfache Ballverluste. Seine An- und Mitnahme läuft wie im Lehrbuch immer zum Mittelfeld hin ab – man sieht ihm an, dass er den Schaafschen Spielaufbau in den Füßen hat, aber die Umsetzung ist langsam, er hält viele Bälle zu lange. Oft steht er falsch, wie vor dem 0:1 gegen Schalke. (Das liegt allerdings manchmal auch daran, dass die Flügelspieler der Raute nicht genug helfen. Der Sechser kann den Außenverteidigern nicht gegen gegnerische Flügelspieler helfen, er muss das Zentrum halten, den Raum vor den Innenverteidigern sichern.)

Schaaf und Allofs sind der Meinung, Frings sollte nach Südafrika fahren. Hoffentlich sagen sie das, um sich öffentlich vor ihren Kapitän zu stellen.  Wenn sie tatsächlich dieser Meinung sind, zeugt das von einem bedenklichen Realitätsverlust. Dann sollte man ihnen schnellstens ein Band mit den Leistungen von Khedira und den neuen Qualitäten von Schweinsteiger schicken. Die spielen auch vor der Abwehr, aber in einer anderen Liga.

In Werders Spielsystem, das sich vor allem über eine oft sehr hochstehende Viererkette definiert, ist ein überdurchschnittlicher Sechser aber unabdingbar. Wenn die Viererkette kurz hinter der Mittellinie steht, muss der Raum unmittelbar vor der Abwehr beherrscht werden, damit der Gegner keine kontrollierten Flachpässe in die Tiefe spielen kann, und lange Bälle nicht per Kopf durch die Innenverteidiger in den Lauf eines Stürmers verlängert werden können.

Deswegen war der wahre Verlust im vergangenen Sommer der Abschied von Frank Baumann, nicht der Abgang von Diego. Diesen Verlust hat der Kader nicht kompensieren können.

Alte Zöpfe soll man abschneiden, und daher sollte sich Werder im Sommer von Frings trennen und sich jetzt nach einem Nachfolger umschauen. Im eigenen Verein und auf dem Transfermarkt. Wenn sich die jetzige Lage nicht ändert, sollte Schaaf Frings sogar vorher schon auf die Bank setzen. Wobei es leider aus anderen Gründen keine echte Alternative gibt.

Aber kann Schaaf das? Frings ist sein Kapitän, wegen ihm ist er nicht nach Juve gegangen, sondern bei Werder geblieben. Das Verhältnis der beiden soll über die Jahre sehr eng geworden sein. Kann Schaaf noch wie als junger Trainer einen verdienten Spieler, einen echten Werderaner, einen Kapitän auf die Bank setzen? Kann er sich noch verändern?

Der Adjutant, den Schaaf damals im September vom Flügel ins Zentrum versetzt hat, und damit das Denkmal Dieter Eilts vom Sockel geholt hat, hieß Torsten Frings.

Ich gehe jetzt zu meinem Kleiderschrank, ziehe mir ein Frings-Trikot an, hole mir ein Bier aus dem Kühlschrank und hoffe vor dem Fernseher, das alles irgendwie besser wird. Dass Schaaf sich noch ändern kann.

{ 2 Kommentare }

Talente-Romantik bei Werder?

von Johan Petersen am 28. Dezember 2009

In einem langen Interview, das Klopp über die Weihnachtstage der SZ gegeben hat, war auch folgendes über Kevin-Prince Boateng und den BVB zu lesen:

“Nein, es geht ums Fußballerische: Es wäre ein Projekt gewesen, ihm die sogenannte Positionstechnik beizubringen. Ihm zu sagen: Spiel ganz einfach, spiel nicht mit dem Außenrist, bevor es nicht 4:0 für uns steht. Ich beneide Uli Hoeneß, wenn er über einen Timoschtschuk sagen kann: Der braucht noch Zeit, lasst ihn sich entwickeln. Bei elf Millionen Ablöse! Wir können uns solche Projekte leider im Moment nicht leisten. Bei uns muss jeder, der eine Ablöse kostet, auch ein Volltreffer sein.”

Da denkt man als erstes an Werder, und unser Image, dass Talente bei uns die Zeit haben, sich zu entwickeln. Ist das wirklich so? Ich glaube nicht, dass es in unserem Kader romantischer zugeht als anderswo. Sicherlich auch Realität im Fall von Hunt, aber ansonsten scheint die Durchlässigkeit in den Profikader bei uns geringer zu sein als in Berlin, Hamburg, Stuttgart oder da, wo Magath gerade werkelt. Zumal wir in den letzten Jahren CL-Verein waren.

Wir brauchen in der Rückrunde Punkte, wenn wir da wieder hin wollen. Man denkt also an Marin, der noch einen langen Weg vor sich hat, von einem Dribbel-Talent zu einem vielseitigen und effektiven Offensivspieler. Da er so teuer war, wird er sicherlich viel Zeit bekommen, und er spielt ja auch erst ein halbes Jahr bei einem Verein, der Titel holen will.

(Man denkt an Sammer, der nur den Hamburger Boateng mag. Beim DFB wird man es noch bereuen, dass der andere bald für Ghana spielt.)

{ 0 Kommentare }

Rückrunden-Lehren aus Bilbao?

von Johan Petersen am 18. Dezember 2009

Die erste Halbzeit gegen Bilbao war so gut, dass man sich fragt: warum eigentlich?

Reden wir also über einen, der nicht dabei war. Über Marin. Nicht über den Spieler, dessen individuelle Klasse unbestritten ist, sondern über den Spielertypen Marin und seine Rolle als Angreifer im Spielsystem von Werder.

Wenn Marin spielt, folgen erfolgreiche Angriffe über ihn vor allem einem von zwei Mustern: er wartet an der Außenlinie auf den Ball, zieht an ein oder zwei Gegenspielern in die Mitte und setzt die zweite Spitze oder einen aufgerückten Mittelfeldspieler ein. Variante zwei: er lässt sich im Zentrum fallen, wird kurz angespielt, bindet Angreifer und legt den Ball auf den Flügel.

Ich habe das Gefühl, dass Werder bei zwei klassischen Stürmern früher im Spielzug mehr Möglichkeiten hat. Wenn Marin auf dem Flügel wartet, kann er erst in einem späteren Stadium des Angriffs angespielt werden, weil der Ball erst quer gespielt werden muss. Außerdem hängt der gesamte Angriff davon ab, dass er sich auch durchsetzt und zur Flanke kommt.

Ohne Marin hat Werder im Zentrum mehr Anspielstationen (das schnelle, vertikale Spiel in die Spitze ist die große Stärke fast aller unserer Mittelfeldspieler), und kann obendrein auch lange Bälle spielen, die ein Stürmer erlaufen (Rosenberg, Almeida) oder auf den anderen ablegen (Pizarro, Almeida) kann.

Gegen Bilbao stimmte das so wichtige Kontinuum zwischen Mittelfeld und Angriff wieder: beide griffen ineinander. In einigen Spielen zuvor wurde im Mittelfeld fleißig kombiniert, aber der Übergang ins letzte Spielfeldrittel gelang nicht – deswegen hatten wir gegen Köln keine einzige klare Torchance. Am Mittwoch hatte der Spielfluss von Jensen, Borowski und Özil ein Ziel, wurde durch ein Becken geleitet und landete dann unweigerlich bei Rosenberg und Pizarro.

Quasi in der gesamten Hinrunde hatte Schaaf immer nur einen Stürmer von Format zur Verfügung. Almeida, Pizarro und Rosenberg waren abwechselnd verletzt, letzterer dazu noch völlig außer Form. Insofern war Marin im Sturm die beste der zur Verfügung stehenden Lösungen, auch wenn er im drittbesten Sturm der Liga nur zwei Tore geschossen und drei vorbereitet hat.

Jetzt sind aber alle drei wieder fit. Gerade Pizarro läßt sich auch fallen, nimmt wie Marin am Kombinationsspiel teil (verliert weniger Bälle). Er deckt also Marins spielerische Rolle als Bindeglied zwischen Sturm und Mittelfeld ab, und dann hat man oben drauf noch einen zweiten, echten Stürmer und kann damit viel variabler spielen, anstatt Pizarro auf den Torabschluss im Strafraum zu beschränken.

{ 2 Kommentare }

Boenisch und die Wahl der Sportart

von Johan Petersen am 2. Dezember 2009

Mein erster Gedanke war: da hat sich einer in der Sportart vertan. Ein Leichtathlet, aber kein Fußballer. Hüftsteif, grobe Motorik. Dagegen wirkt Clemens Fritz auf der anderen Seite mit seiner Leichtfüßigkeit (na gut, und dem Haarband) wie eine Rasenelfe aus dem Herrn der Ringe.

Eher eine seltene Mischung aus Sprinter und Langläufer: 90 Minuten die Linie rauf und runter. Power pur. Wenn nur der Ball nicht ab und zu ins Spiel käme.  Gerade bei unübersichtlichen Laufwegen vor sich haarsträubende Fehlpässe.

Das war im Herbst 2008. Viele Spiele weiter sieht die Sache ganz anders aus. Mit ein bisschen Fantasie kann Boenisch nach Jahren des Suchens eine sehr gute, langfristige Lösung für unsere traditionelle Baustelle linker Außenverteidiger werden.

Seine Schnelligkeit hilft in vielen Szenen hinten und vorne, sein Stellungsspiel ist passabel und er kann bärenstark im Zweikampf sein, nicht mehr so ungestüm wie zu Beginn. Stattdessen bringt er oft im richtigen Moment den Oberkörper vor den Gegner.

Die Fehlpässe quer durch die eigene Hälfte sieht man nicht mehr. Fehlpässe nach vorne oder diagonal finde ich bei einem Außenverteidiger nicht so dramatisch. Dafür spielt er manchmal sehr gut getimete Bälle die Linie entlang, wie vor dem 1:0 gegen Freiburg.

(Auch wenn er im Moment in einem kleinen Loch steckt, schon gegen Freiburg hat die Mannschaft ihn durchgeschleppt, und vor dem 0:1 am Samstag kommt er gegen Dzeko schlecht in den Zweikampf, mit dem falschen Fuß voran. Schaltete sich auch in der ersten Halbzeit kaum mit nach vorne ein, so dass gegen so einen tiefstehenden Gegner unsere Flügel schlapp herab hingen, anstatt Hugo mit Flanken zu füttern.)

Entgegen tribünenläufiger Meinung kann Boenisch sehr gut flanken. Überhaupt beherrscht er alle drei Optionen eines Außenverteidigers beim Torabschluss, er kann (1) außen vorbeigehen und von der Torauslinie flanken (wobei er dafür Platz braucht, weil er im Dribbling über Schnelligkeit kommt, nicht Finesse), (2) abbrechen und aus dem Halbfeld flanken und (3) mit seinem guten Schuss in die Mitte ziehen. 

Vielleicht keine andere Position im heutigen Fußball muss ein so umfangreiches und vielfältiges Anforderungsprofil bewältigen wie die des Außenverteidigers. Schnelligkeit, Ausdauer, Geschicklichkeit, Technik, Kopfballspiel, Zweikampfstärke, Torabschluss, alles dabei.

Wie im echten Leben kann man nie alles haben. Boenisch deckt den Leichtathletikteil so gut ab wie kein anderer in der Liga. Vermutlich ist uns an ihm ein hervorragender Zehnkämpfer verloren gegangen. Verstehe ich eigentlich auch, Laufen mit Ball am Fuß macht einfach mehr Spaß als ohne.

{ 0 Kommentare }

Werder vs Austria, die 74. Minute

von Johan Petersen am 6. November 2009

Die 74. Minute im Spiel gegen Austria verdient einen gesonderten Post: Daniel Jensen wurde eingewechselt. Zum ersten Mal seit März stand er wieder auf dem Platz.

Ein Spieler mit genialen Anlagen. Für mich die beste An- und Mitnahme der Liga. In der Hinrunde 2007/2008 haben alle über Diego geschrieben, aber er war unser Motor, der wahre Spielmacher aus der Tiefe, während Diego vorne das Spektakel gemacht hat. Am Ende waren wir punktgleich mit dem Herbstmeister auf Platz zwei. Für den würde ich als Bayern-Trainer im Winter zehn Millionen auf den Tisch legen und mein Problem auf der 6 wäre auf einen Schlag gelöst.

Wenn Jensen in der Rückrunde auch nur ansatzweise an diese Form anknüpfen kann, werden wir ganz oben dabei sein, weil uns dann Verletzungen und Tiefs anderer Kreativspieler (Özil, Marin, Frings) nicht so viel anhaben können wie jetzt gerade.

Update: Lahm in der SZ vom Samstag: “Wir brauchen im Mittelfeld Spieler, die man aus der Abwehr immer anspielen kann.”

“Wo ist jemand, der mal was bewegt, der den Ball zur Seite mitnimmt, nach vorne schaut (!) und irgendwie den Ball durchsteckt, dass man nachrücken kann? Das passiert bei uns kaum.”

Van Bommel wird’s mit Freude lesen.

{ 1 Kommentar }

Hunt

von Johan Petersen am 2. November 2009

Als ich Hunt das erste Mal auf dem Platz gesehen habe, war mein erster Gedanke wirklich: was für ein verletzungsanfälliger Junge. Spieler mit langen, schlaksigen Beinen haben anfälligere Gelenke (Knie!) als zum Beispiel ein Torsten Frings, der seine Beine mit kurzen, sicheren Schritten in den Boden rammt (schlechtes Beispiel gerade, und er hatte ja auch seinen Kreuzbandriss), ob nun zwei Gegenspieler versuchen ihn umzutreten oder nicht.

So kam es dann leider auch. In den ersten Jahren nach seinem Debüt war allein Geduld gefragt, unterbrochen von seltenen Highlights wie dem Spiel gegen Real Madrid.

Doch jetzt ist er unser heimlicher Mittelfeldmotor hinter Özil, zweitbester Torschütze, auf dem Sprung in die Nationalmannschaft. Seine größte Stärke, vielleicht noch vor seiner Technik und dem Passspiel, ist sein Spiel ohne Ball. Er erkennt Spielsituationen und Kombinationen zwei Stationen, bevor sie ihn erreichen. Das heißt nichts anderes, als dass er sie mit seinem Laufweg erst ermöglicht. Im Fluss zwischen Mittelfeld und Sturm, der diese Saison mangels klassischem Sturmduo noch stärker fließt als sonst, tummelt er sich so elegant und unberechenbar wie sonst nur die Robben in ihrem Becken im Bremerhavener Zoo.

Das gilt auch andersrum – er spielt geniale Pässe durch komplexe Laufwege und hat dieses angeborene Radar für Spielsituationen. Als er vor dem 1:0 gegen Hoffenheim vor einem Jahr von Özil den Ball bekommt, hält er ihn einen Moment länger, zieht damit zwei Gegenspieler auf sich bevor er ihn zurück passt und gibt Özil die Zeit, die er für seinen Schuss in den Winkel braucht.

Mittlerweile schießt er auch Tore, weil er zielstrebiger und konzentrierter im Torabschluss geworden ist. Ihm ist mal ein Tor aus der zweiten Reihe zu gönnen. Für Dribblings braucht er (anders als Özil und Marin) eher Raum auf dem Flügel.

Einige Schwächen hat er, die man im Mannschaftsgefüge sorgsam ausgleichen muss. Das Kopfballspiel. Es gibt Tage, da spielt er die einfachen Pässe sehr schlampig. Wie ein Genie, dass das Handwerk nicht immer ernst nehmen kann. Schließlich die Defensive. Jüngstes Beispiel das verspätete Umschalten und der verlorene Zweikampf vor dem 1:0 in Bochum. Oder als er den falschen Fuss nimmt, um eine Ecke rauszuschlagen, und damit die Grosschance von Lautern nach fünf Minuten einleitet.

Wie es weiter geht? Aaron Hunt hat alles dabei, was man für eine große Bundesligakarriere  und noch mehr braucht. Die Eskapaden auf der Diskomeile werden bis heute hervor gekramt – ich konnte schon damals die Berichterstattung nicht verstehen. Er war 19 oder 20 – ich hab solche Sachen noch mit 26 gemacht (mit dem Unterschied, dass mich auf der Diskomeile nicht dreihundert Leute erkennen und provozieren, sondern an guten Tagen nur zwei).

Vielleicht hätte er damals mehr für seine Muskeln und seinen Bewegungsablauf tun können, wer weiß. Spielt alles keine Rolle mehr. Ich hoffe, er bleibt nach dieser langen Durststrecke so stabil und konzentiert und spielt noch lange bei Werder.

{ 0 Kommentare }

Frings…fährt nicht nach Südafrika?

von Johan Petersen am 12. Oktober 2009

Schreibt heute einer, Löw habe Frings zu Recht ausgemustert, weil er zu langsam für schnelles Kombinationsspiel sei.

Ich weiß nicht, was das eine mit dem anderen zu tun haben soll. Für schnelles Kombinationsspiel muss man schnell im Kopf sein und braucht eine gute Technik und Ballverarbeitung. 

Interessant war die neunte Minute (in etwa) gegen Russland. Mertesacker erobert fast an der Torauslinie den Ball, und man ahnt, wohin der in Leverkusen vermutlich nicht gespielt (!) worden wäre: Rolfes ist so überrascht, dass Mertesacker hinten raus spielt, dass er den Pass nicht unter Kontrolle bekommt.

Die große Stärke von Frings sind An- und Mitnahme unter Druck und vertikale Pässe ins Mittelfeld, die das Spiel enorm beschleunigen (Schaafs Stil eben).

Über andere Gründe kann man diskutieren. Wenn Löw das Team verjüngen will. Sami Khedira ist schon ein klasse Fußballer, dem die Zukunft gehört. Aber für einen Platz im Kader sollte es für Frings reichen.

{ 0 Kommentare }

Özil….fährt nach Südafrika

von Johan Petersen am 10. Oktober 2009

Wenn ich früher im Freibad vor den Mädels nen Bauchklatscher gemacht habe, hab ich mich – wieder an der Oberfläche – auch immer noch mal wild hingeschmissen. Siehe Klose nach seinem nicht gestandenen Salto. Unglaublich bei einem so gestandenen Spieler. Aber er hat das entscheidende Tor gemacht.

Russland hat noch ein ganzes Stück zu den Spitzenmannschaften aufzuholen. Vorne fehlt die Abgebrühtheit, und die Verteidiger sind fußballerisch arg limitiert (oder sie waren heute sehr nervös).

Aus Bremer Sicht das wichtigste Fazit: Özil ist in dieser Form aus der Mannschaft nicht wegzudenken, egal in welchem System. Ein Spielmacher, eine Nummer zehn (wie bei seinem Debüt oft gelesen), ist er aber auch in diesem 4-5-1 nicht.

{ 0 Kommentare }

Fritz…und das 1 gegen 1

von Johan Petersen am 25. September 2009

Was ist aus dem Fritz seiner Anfangszeit bei Werder geworden? Flankenläufe, ob effektiv oder spektakulär, sehen wir nicht mehr. Im Gegenteil, er geht kaum noch ins 1 gegen 1: entweder er (1) bricht ab und spielt den Ball zurück auf die Halbposition, (2) legt den Ball am Strafraum quer für einen Doppelpass – mit hohem Risiko, dass der Ball dabei verloren geht – oder (3) flankt aus dem Halbfeld (das allerdings oft recht gut).

Warum also kommt Fritz so selten ins 1 gegen 1? Er hat in Interviews mangelndes Selbstvertrauen in der vergangenen Saison erwähnt – und Selbstvertrauen braucht man im 1 gegen 1. Ich frage mich, ob das auch an seiner An- und Mitnahme liegt, bei der das Tempo fehlt. Kommt der Ball aus der Mitte, wartet er, läßt den Ball am Standbein vorbeilaufen und nimmt ihn mit dem starken, äußeren Fuß mit (wie fast alle Flügelspieler, die den starken Fuß außen haben).

Könnte er das nicht beschleunigen, wenn er in die Mitte dem Ball entgegen geht, und ihn dann mit links mitnimmt? Dann wäre er auch schwerer auszurechnen.

{ 2 Kommentare }

Pizarro….und Marin

von Johan Petersen am 22. September 2009

Pizza ist irgendwie noch nicht richtig angekommen in der Saison. Er arbeitet, aber es fehlt sein unverwechselbarer Esprit, seine Ideen, seine Präsenz im Kombinationsspiel.

Das mag an fehlender Vorbereitung mit der Mannschaft liegen, oder am Sturmpartner Marin, neben dem er bisher oft gespielt hat. Wenn Almeida neben ihm spielt, gibt es einen echten Sturmtank im Zentrum, der auch Innenverteidiger beschäftigt. Dann kann Pizarro mal auf den Flügel gehen, mehr am Spiel teilnehmen. Neben Marin hingegen muss er das Sturmzentrum halten – wenn er selber auf den Flügel geht, um sich dem Abwehrzentrum zu entziehen, gibt es keinen mehr, der Flanken abnehmen kann (gerade wenn es Borowski bei einem Angriff über die Flügel nicht rechtzeitig in den Strafraum schafft). 

Bin gespannt, wie sich das entwickelt.

{ 2 Kommentare }