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Kader

Warum ist Werder gut gestartet?

von Johan Petersen am 1. September 2011

Es ist nach vier Spielen viel zu früh für das große Ganze, aber mit irgend etwas muss man sich in der Länderspielpause über Wasser halten. Fünf Gründe für unseren Aufschwung:

Die Grundlagen. Vielen Dinge im kleinen, die kaum jemandem auffallen, die aber letztes Jahr unser Verhängnis waren, haben sich enorm verbessert. Durch die bessere Form einzelner Spieler, aber vieles kann sich der Trainer ans Revers heften. Zum Beispiel das Passspiel: präzise Druckpaesse in den Fuß oder den Lauf des Mitspielers, die unabdingbar sind für das vertikale Spiel durch die Raute. Dass Bargfrede Frings ersetzt hat, hilft dem Tempo am Ball. Ein weiteres Beispiel ist die Abstimmung im Sturm bei Flanken. Auch Tim Wiese bemüht sich um eine bessere Spieleröffnung. [click to continue…]

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Ich oute mich an dieser Stelle wieder einmal: ich glaube daran, dass der Europapokal wieder drin ist (reichen dafür nicht auch ab diesem Jahr wieder die ersten sechs Plätze?)

1.  Das System. Wir gehen wieder mit einem klaren System in die Saison. Die Raute ist zwar nicht der letzte Schrei, aber alle wissen, was sie zu tun haben (hoffentlich auch Wesley). Daher dürften sich zumindest die taktischen Ausreisser nach unten der vergangenen Hinrunde nicht wiederholen.

2.  Der Pokal. Nicht in jeder Saison muss man in der zweiten Runde auswärts bei den Bayern ran. In dieser Saison dürften wir also sehr viel weiter kommen.

3.   Das Stadion. Der Umbau ist fertig. Die eklatante Heimschwäche im letzten Jahr könnte auch ein bisschen an den Bauarbeiten gelegen haben. (Leverkusen und Stuttgart ging es zuletzt auch so. )  In dieser Saison dürfte es sehr viel schwieriger werden, bei uns zu gewinnen.

4.   Die Hochzeiten. Zum ersten Mal seit Menschengedenken haben wir keine englischen Wochen mehr. Das lässt viel mehr Zeit für die Trainingsarbeit und Wehwehchen können besser auskuriert werden. Ein Vorteil gegenüber der Konkurrenz. (Den ähnlich ambitionierte Mannschaften wie Wolfsburg, Stuttgart und der HSV in dieser Saison allerdings auch haben.)

5.   Die Einzelform. Vor der letzten Saison habe ich geschrieben, dass ich mir von der Weiterentwicklung der jüngeren den größten Schub erwarte (Marin, Bargfrede, Hunt). Nun, nicht ganz. Doch in diesem Jahr kann es auch individuell nur wieder aufwärts gehen.

Ein Beispiel: Arnautovic. Zum ersten Mal seit etwa zehn Jahren spielt er zwei Spielzeiten nacheinander in der gleichen Mannschaft (von seinem Wechsel von Enschede II zu Enschede I mal abgesehen). Ich hoffe, dass das im ruhigen Bremer Umfeld zu mehr (Selbst)Vertrauen, besserer Abstimmung mit den Nebenleuten und damit zu einem Leistungsschub führt.

Ein zweites Beispiel: Borowski. Wenn er ohne englische Wochen ohne größeren Verletzungen durch die Saison kommt, ist er ein Schlüsselspieler. Die besseren Phasen der letzten Saison fielen mit seinen Einsatz-Zeiten zusammen. Er schafft im Mittelfeld die richtige Balance und ist für Torgefahr aus dem Mittelfeld und die Griffigkeit der Raute unabdingbar.

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Alle Jahre wieder – wohin mit Marin?

von Johan Petersen am 9. Juli 2011

Beim Blättern im Archiv ist mir aufgefallen, wie viel Substanz unser Kader in den Spielzeiten 2009/2010 und 2010/2011 verloren hat.

Sieben Leistungsträger haben den Verein verlassen, bzw. sind durch langwierige Verletzungen de facto Abgänge gewesen: Diego, Mesut Özil, Frank Baumann, Hugo Almeida, Markus Rosenberg, Naldo, Sebastian Bönisch.

Demgegenüber stehen nur vier Spieler, die es im gleichen Zeitraum dauerhaft in die erste Elf geschafft haben (bei schwankenden Leistungen): Claudio Pizarro, Marko Marin, Philipp Bargfrede, Mikael Silvestre.

Das heisst, der Kader hat im wesentlichen von seinen Reserven zehren müssen. Dazu haben Karteileichen wie Carlos Alberto, Jurica Vranjes und Said Husejinovic die Kaderplanung belastet.

Diese Zyklen hat vermutlich fast jede Mannschaft und wir dürften in diesem Sommer die Talsohle durchschritten haben. Wenn die jetzigen Neuverpflichtungen wie Schmitz und Ekici sitzen und sich Arnautovic, Wagner und Wesley mit einem Jahr Verspätung als Verstärkungen erweisen, könnte es recht steil nach oben gehen.

Es stellt sich allerdings wie vor einem Jahr in der Vorbereitung die Frage, was Schaaf mit diesem Kader vorhat. Das Spiel gegen Midtylland sah nach einer Rückkehr zur guten, alten Diego-Zeit aus: eine Raute, mit einem Spielmacher Ekici, der sich gerne fallen lässt und damit das Spiel erst einmal langsam macht. Die Flügel werden erst sehr spät im Angriff besetzt.

Das wirft (alle Jahre wieder) die Frage auf, wo Marin eingesetzt werden soll – auf der Halbposition? Als zweiter Stürmer?

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Ein Schock namens Wolf

von Johan Petersen am 4. Juli 2011

Es ist mir in den letzten zwei-drei Jahren nicht gelungen, ein Spiel des Clubs zu sehen, in dem Andreas Wolf nicht ein Gegentor verschuldet hat. Stockfehler, mangelnde Beidfüßigkeit und Schnelligkeit kosteten die Mannschaft Punkt um Punkt. Seine Verpflichtung war ein Schock für mich. [click to continue…]

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Kader-Rückblick 2010/2011: Angriff

von Johan Petersen am 27. Mai 2011

Sandro Wagner. Hat irgendwann begriffen, dass ihm mangels fußballerischer Fähigkeiten nur das Kämpfen in die Mannschaft bringt. Hat gut gegen den Ball gearbeitet. Immer über lange Bälle erreichbar – das hat unser Spiel in der Rückrunde nicht gerade verschönert, aber mangels spielerischer Alternativen enorm stabilisiert (wir konnten mit sehr viel weniger Spielern vor dem Ball für Torgefahr sorgen, was das Umschalten bei Ballverlust viel einfacher macht). Wenn wir wieder schöneren Fußball spielen, könnte er aber ein Bremsklotz sein. Dann muss er vor dem Tor eiskalt sein, um seine Aufstellung zu rechtfertigen. Muss sich taktisch weiterentwickeln, indem er vor allem die vielen kleinen Fouls beim Pressing abstellt. Zusammen mit den ständigen Fouls in der Luft dürfte der erste Platzverweis nicht mehr lange auf sich warten lassen.

Marko Arnautovic. Seine größte Schwäche ist die fehlende Ruhe vor dem Tor, besonders im 1 gegen 1 gegen den Torwart. Mit seiner Technik, Schnelligkeit und Durchsetzungsstärke hat er das Potenzial für 20 Saisontore, aber er braucht mehr als alle anderen eine funktionierende Mannschaft ohne Nebenkriegsschauplätze. Die hatten wir in dieser Saison nicht, und er litt wie die anderen Stürmer an fehlenden Automatismen im Spiel in die Spitze, daher sollte man den Stab nicht zu schnell über ihn brechen.

Claudio Pizarro. Leider ständig verletzt. Hatte es bei Werders Chancenarmut auch schwer und zeigte gegen Ende der Saison wieder seine überragende Torgefahr. Seine schnörkellosen Flachschüsse vom Strafraum sind in ihrer Effizienz genial. Trotzdem eine schwache Saison, weil ihm in einigen Spielen (für seine Verhältnisse) viele Anspiele im Mittelfeld verloren gingen.

Hugo Almeida. Einer der besten Spieler der Hinrunde. Im Rückblick kann man sagen, dass Allofs ihn zurecht im Winter verkauft hat, da er weg wollte und wir die Klasse auch ohne ihn gehalten haben.

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Der Kader-Rückblick 2010/2011: Mittelfeld

von Johan Petersen am 27. Mai 2011

Torsten Frings. Hat sich in der Rückrunde anständig verabschiedet. Vor der Winterpause war er aber ein wesentlicher Grund für unser Tief. Hat zu viele Bälle verloren, das Spiel verlangsamt und sich oft zu weit von den Innenverteidigern entfernt. In der Rückrunde war er in dieser Hinsicht sehr viel stabiler.

Tim Borowski. Hat das Mittelfeld in der Rückrunde fast im Alleingang stabilisiert. Kam unbeeindruckt vom bei anderen fehlenden Selbstbewußtsein aus seiner Verletzungspause und hat sofort für die sonst fehlende Torgefahr aus dem Mittelfeld gesorgt: er stößt entweder im richtigen Moment aus dem Mittelfeld in die Spitze oder hat ein gutes Gefühl für zweite Bälle. Auch gegen den Ball auf der Halbposition der Raute sehr diszipliniert und konzentriert. Bleibt er von Verletzungen verschont, ist er für mich daher der Hoffnungsträger für die neue Saison.

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Der Kader-Rückblick 2010/2011: Tor und Abwehr

von Johan Petersen am 27. Mai 2011

Tim Wiese. Seine bisher schlechteste Saison bei Werder. Zu seinem antiquierten Torwart-Spiel ist alles gesagt und er hat uns auch mehrfach direkt Punkte gekostet (Leverkusen, Schalke, Wolfsburg – nur auswärts in Frankfurt hat er uns einen Punkt gerettet). Es ist imperativ, Wiese im Sommer zu verkaufen. Mit Mielitz steht ein Nachfolger bereit, und das eingesparte Gehalt macht Gelder für andere Positionen frei. Allerdings fürchte ich, dass sich keiner für ihn interessiert. [click to continue…]

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Allofs: Flucht in die Vergangenheit

von Johan Petersen am 2. Mai 2011

Nach so einer miserablen Saison können wir den ganzen Sommer hindurch diskutieren, welche Konsequenzen für den Umbau gezogen werden müssen. Die ersten Äußerungen der Offiziellen lassen jedoch bereits jetzt nichts Gutes verheißen.

Ein Manko, das auch Allofs erkannt hat. Und daher kündigte der Werder-Boss an, die entstandene Kreativ-Lücke im Bremer Spiel wieder schließen zu wollen. „Micoud, Diego, Özil – das waren alles Hochkaräter für Werder“, sagte der 53-Jährige: „Wir werden sehen, ob wir das für die nächste Saison oder das nächste Jahr hinbekommen.“

Sprach Klaus Allofs.

Wir brauchen keinen Spielmacher. Keinen neuen Marin oder Wesley, die viel Talent am Ball haben, aber sonst fast alles falsch machen. Wir brauchen ein sportliches Konzept – junge Spieler, die permanent gegen den Ball arbeiten und im 4-5-1 die richtigen Entscheidungen ohne Ball treffen.

Die Position im offensiven Zentrum wird bei den Spitzenmannschaften von Lewandowski, Klose, Kagawa oder Müller besetzt, von denen keiner im Verdacht steht, ein Spielmacher zu sein. Allofs scheint in Anbetracht des Misserfolgs immer krampfhafter in die erfolgreiche Vergangenheit zu wollen, anstatt sich auf die neuen Zeiten einzustellen.

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Denni Avdic, und Sinn und Unsinn von youtube-Videos

von Johan Petersen am 8. Januar 2011

Es sollen schon Spieler aufgrund von youtube-Videos verpflichtet worden sein. Taucht ein neuer Name in der Transfer-Gerüchteküche auf, stürzt man sich ins Netz und sucht nach Indizien, dass der Traum vom nächsten Kracher nicht länger Traum, sondern bald Wirklichkeit ist.

Natürlich völlig umsonst. Video-Szenen lassen sich nicht von einer Liga in die andere übertragen, vor allem nicht von südamerikanischen in europäische. Auch ein Dribbling Zidans gegen vier dänische Verteidiger begeistert, aber es sagt leider mehr über die Schwächen der Abwehrspieler und über die dänische Liga aus, als über seine Qualitäten – in der Bundesliga wird schneller gespielt und enger gestanden. [click to continue…]

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Wie kommt Werder aus der Krise? Gedanken zwischen den Jahren.

von Johan Petersen am 26. Dezember 2010

Wir überwintern zwei Plätze und vier Punkte über den Abstiegsrängen. Damit dürfte klar sein, dass diese Krise nicht wie in den vorherigen Jahren konjunkturell ist, sondern strukturell.

In der Rückrunde geht es um den Klassenerhalt. Was muss sich danach ändern? Ist es eine Krise der Mannschaft, des Trainers, oder auch des Vereins? [click to continue…]

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