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auswärts

Schalke vs Gladbach: Rangnicks Flügel setzen sich durch

von Johan Petersen am 29. August 2011

Fußball ist toll. Wie weit führt die Transformation, die Favre in Gladbach begonnen hat? Kann (und will) Rangnick Schalkes Aversion gegen ballbesitzorientierten Fussball durchbrechen, und der Mannschaft
ebenfalls ein lange vermisstes, spielerisches Gesicht geben? Ich freue mich auf den Rest der Saison und die Antworten.

Beide Teams im 4-4-2, bestückt mit einigen der besten Flügelspielern der Liga.  Das Duo Raul/Huntelaar spielte arbeitsteiliger als Bobadilla/Hanke. Deswegen war das Gladbacher Flügelspiel weniger auf nachrückende Außenverteidiger ausgerichtet als bei Schalke.

Das Tempo war hoch, das Spiel ausgeglichen, wobei Gladbach die bessere Spielanlage zeigte. Das Passspiel ist sehr druckvoll und vertikal ausgerichtet. Favre hat in den vergangenen Monaten viele wohl
durchdachte Angriffszüge einstudiert. So lässt sich zum Beispiel Reus oft vom Flügel auf die Halbposition fallen, wenn der Innenverteidiger oder der Außenverteidiger rechts den Ball haben. Auf ihn geht dann
der ersten Pass, während Hanke zunächst an der Außenlinie klebt, wodurch sich zusammen mit dem überspielten Sechser einige flexible Dreiecke ergeben. (Leider gelingt dies im wesentlichen nur auf
rechts.)

Seltene Exemplare

Bisher hat Gladbach nur dann Fußball gespielt, wenn es den Ball erobert hat. Weil Nordveit gegen Schalke im defensiven Mittelfeld in Gladbacher Gefilden jahrelang nicht gesichtete Drehungen zum Spielfeld hin zeigte, konnte die Mannschaft manchmal sogar das Spiel machen.

Gladbach konnte auch deswegen kombinieren,, weil die Schalker Sechser Holtby und Papadopoulos oft zu hoch standen im Verhältnis zur Viererkette. Gladbach arbeitete sehr gut gegen den Ball, und schaltete nach Ballverlusten gut um, so dass Schalke wenig Spielanlage oder Gegenangriffe zeigte.

Es gab allerdings Phasen, in denen Gladbach den richtigen Zeitpunkt versäumte, bei Schalker Ballbesitz raus zu rücken. Denn in einer seltenen Konstellation war Schalke nur dann gefährlich, wenn Gladbach sehr tief stand. Normaler Weise entsteht Gefahr, wenn Mannschaften nach Ballgewinn gegen einen noch ungeordneten Gegner schnell umschalten. Das gelang Schalke jedoch selten. Doch die Pärchen auf den Flügeln – Farfan und Uchida bzw. Fuchs und Draxler – funktionieren sehr gut, manchmal ergänzt zu einem Dreieck mit Raul. Holtby hatte Mühe, das Spiel aus der Tiefe zu strukturieren, aber in hohen Positionen am Strafraum setzte er die Flügel unheimlich gut ein. Fuchs und Uchida sind sehr effektiv im Torabschluss und schlagen viele Flanken.

Gladbach verteidigte deswegen manchmal zu tief, und ich war mir nie sicher, ob das eine bewusste Entscheidung war, oder die Mannschaft nur phasen Weise hinten rein rutschte. Man will Spielern wie Farfan und Draxler keinen Raum bieten, aber mit Huntelaar und Raul im Zentrum hatte ich sehr früh in der zweiten Halbzeit das Gefühl, dass das Tor angesichts der vielen Flanken nur eine Frage der Zeit war.

Nach der Pause, vor allem nach dem Gegentor konnte Gladbach nicht mehr an den in der ersten Halbzeit gezeigten Fußball anknüpfen. In der Schlussphase nutzte die Mannschaft einige sich trotz des Rückstands
bietende Räume schlecht aus, Reus wirkte bei einigen Pässen zu unkonzentriert.

Fazit: Schalke sehr kopflastig

In der ersten Halbzeit spielte das von Favre enorm weiter entwickelte Gladbach in einigen Szenen fast die Rolle der Heimmannschaft. Schalke hat wie in den vergangenen Jahren keine eigene Spielanlage aus der Tiefe entwickelt und hängt noch zu sehr von den Qualitäten eines (dieses Mal blassen) Farfan ab. Holtby und Papadopoulos stellen mit ihren Fähigkeiten auf der Sechs eine gute Mischung dar, sind aber schon fast zu arbeitsteilig und damit ausrechenbar, vor allem wenn auch Raul nicht tief genug spielt. Die Stärke der Mannschaft liegt im gegnerischen Spielfelddrittel, wo die Mechanismen auf dem Flügel wirklich beeindrucken und im Zentrum Raul und Huntelaar immer torgefährlich sind.

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Bayer vs Dortmund: die Mühen des Erwachsenwerdens

von Johan Petersen am 28. August 2011

Nach dem Dortmunder Auftaktsieg gegen den HSV wollte mir keiner glauben, dass in den Details des Spiels zu lesen war, wie die Mannschaft in einigen kritischen Bereichen noch nicht wieder das Niveau der Vorsaison erreicht hat. Zwei nicht gewonnene Spiele später sitzen die Bayern erst einmal sehr fest im Sattel. [click to continue…]

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Ziemlich dünner Kick.

Beide Teams im 4-5-1. Bei Hertha rochierten Raffael und Ramos, während Ebert streng über rechts kam. Bei Stuttgart zog Harnik immer mal wieder ins Zentrum. Ein weiterer Unterschied: Cacau ließ sich wie gewohnt fallen, während Lasoggi weitgehend unbeteiligt seine Position im Zentrum zwischen den Innenverteidigern hielt. [click to continue…]

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Köln vs Kaiserslautern: Köln trifft die Kiste nicht

von Johan Petersen am 21. August 2011

Schade, dass Köln trotz spielerischer Überlegenheit nicht gewonnen hat. Stale Solbakken braucht mehr Zeit, damit seine taktische Arbeit Früchte trägt. Zumindest im Spiel nach vorne waren vor der Halbzeit bereits viele Mechanismen zu sehen. Kaiserslautern hat sich wie im ersten Spiel gegen Werder als kompakte Mannschaft präsentiert, die im Gegensatz zu anderen Abstiegskandidaten in der Abwehr  kaum individuelle Fehler macht. [click to continue…]

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Nürnberg sollte in dieser Saison für den neutralen Beobachter die spannendste Mannschaft sein. Eine sehr junge Truppe mit einigen interessanten, zumeist deutschen Talenten (Chandler, Wollscheid, Hegeler, Mendler, Esswein), die nach den Abgängen von Ekici und Gündogan völlig davon abhängt, dass ihr sehr guter Trainer durch taktische Arbeit aus dem Team weit mehr macht als die Summe seiner Einzelteile.

Beide Teams spielten im 4-5-1. Bei Hertha spielten Niemeyer und Ottl vor der Abwehr, Ramos spielte hinter der einzigen Spitze Lasogga. Beim Club hielt Simons das Zentrum vor der Abwehr, Cohen verschob sich etwas nach vorne neben Feulner (der nach zwei Jahren Bank in Dortmund letzte Woche im Pokal so euphorisch war, dass er die drei Sonntagsschüsse, die ein Spieler seiner technischen Fähigkeiten wohl pro Saison hat, in nur zwanzig Minuten verplemperte); so ergab sich eher eine Vierer-Reihe hinter der einzigen Spitze Pekhart. Die Außen Eigler und Mendler spielten seitenverkehrt. [click to continue…]

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Was wie ein ganz starker Auftakt von Dortmund schien, fällt eher in die Kategorie Testspiel – man weiß auch hinterher nicht, wie schwach der Gegner eigentlich war. [click to continue…]

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Bayer vs Dortmund: Heynckes´4-4-2 erleidet Schiffbruch

von Johan Petersen am 14. Januar 2011

War was? Es war beeindruckend, wie selbstbewusst Dortmund von der ersten Minute an auftrat. War gar nicht nötig, denn die technische Überlegenheit und der natürliche Vorteil des 4-5-1 gegenüber dem 4-4-2 verhalfen der Mannschaft zu einem nie gefährdeten Sieg. [click to continue…]

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Arsenal vs Chelsea: Wengers 4-5-1 glänzt nur einmal

von Johan Petersen am 28. Dezember 2010

Zuletzt schienen die Schöngeister von Arsene Wenger nicht das Nervenkostüm für big points gegen die anderen großen Teams der englischen Liga zu haben. Nerven zeigte jedoch nur die Maschine Chelsea, deren beiden Aussetzer nach der Pause in nur zwei Minuten das Spiel entschieden. [click to continue…]

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Eintracht vs Dortmund, das 1:0: Altintops Marionetten

von Johan Petersen am 19. Dezember 2010

Es war der Treffer des Spieltags, weil er der Übermannschaft Dortmund die erste Niederlage seit dem ersten Spieltag beigebracht hat. Aber das 1:0 von Gekas war auch ein herrlicher Treffer mit tollen Laufwegen.

Die Ausgangssituation: Gekas (9) hat sich fast bis an die Mittellinie fallen lassen, wird angespielt und leitet den Ball auf den Flügel, wo er Jung (6) erreicht. Damit hat der Grieche den Innenverteidiger Hummels (4) weit aus seiner Position gezogen. Der Sechser da Silva (2) ist de facto an seiner Stelle in die Viererkette gerückt.

Den entscheidenden Laufweg leistet Altintop (7). Als Jung den Ball hat, läuft er diagonal auf den kurzen Pfosten. Wie Marionetten, die an unsichtbaren Fäden hängen, schwingt die Dortmunder Viererkette nach vorne. Währenddessen schleicht sich Gekas in einem Bogen in den Rücken der Abwehr und Hummels, mit einem Laufweg diametral zu allen anderen Laufwegen auf dem Platz!

Der Spielzug und Torabschluss: Jung spielt am Rücken der Abwehr entlang einen tollen Pass in den Strafraum zu Fenin (8), der Piszczek (6) und Hummels (4) auf sich zieht, den Ball aber mit der Hacke zu Gekas durchrollen lässt. Völlig frei vor Weidenfeller ist der Grieche eiskalt.

Gegen Werder und die Eintracht hat Dortmund nicht mehr so überzeugt wie zuvor in dieser außergewöhnlichen Hinrunde. Die Winterpause kommt gerade rechtzeitig, aber es steht außer Frage, dass Dortmund Meister wird. 65 Punkte dürften reichen, und damit braucht die Borussia nur noch 22 aus 17 verbleibenden Spielen.

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Gladbach vs Hamburg: die normative Kraft des Faktischen

von Johan Petersen am 18. Dezember 2010

Nichts hat (Rechts)philosophie so schön illustriert wie der Satz: “Haste Scheisse am Fuß, haste Scheisse am Fuß.” Auf Platz zwei folgt der Krimi am Freitagabend, in dem jeder Schauspieler enttäuscht, aber am man trotzdem gefesselt vor dem Fernseher sitzt: es geht ums wirkliche Leben. [click to continue…]

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