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auswärts

Hannover vs Bayern: 96 schmiedet sich sein Glück

von Johan Petersen am 24. Oktober 2011

Das Spiel wollte den Beweis für folgenden, nicht in allen Gesellschaften gleich funktionierenden Volksglauben antreten: jeder ist seines eigenen Glückes Schmied. Denn im Matchplan des Fußballgottes stand geschrieben, dass Hannover erneut vom Gegner früh einen unnötigen Elfmeter bekommt, der die Dynamik des Spiels entscheidend verändert. Dies war bereits gegen Bremen der Fall, und dieses Mal legte der Gegner auch noch einen frühen, ebenso unnötigen Platzverweis oben drauf.

Doch Hannover hat dieses Matchglück auch verdient. Die Viererkette agiert sehr harmonisch, die Konter sind ohnehin klasse und im Zentrum setzt Slomka auf spielerische Sechser – niemand hindert die Leverkusens, Herthas und Augsburgs dieser Liga es ihm nach zu tun. [click to continue…]

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Bayer vs Schalke: es klemmt im Werk, Farfan rennt

von Johan Petersen am 23. Oktober 2011

Es war lange Zeit ein Spiel, in dem bei aller Intensität keine der beiden Mannschaften ihren Ansprüchen gerecht wurde (vor allem im Vergleich zur Partie HSV vs Wolfsburg, bei der auf beiden Seiten viel mehr Strukturen in der Spielanlage erkennbar waren). Während Bayer einfach zu viele Baustellen hat, hat Schalke seinen Platz in meiner ganz persönlichen Abhängigkeits-Tabelle zementiert. [click to continue…]

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Mit Thorsten Finks erstem Spiel auf der Bühne Bundesliga hat die junge Trainer-Generation Verstärkung bekommen. Der Auftakt gegen Wolfsburg machte auch gleich Appetit auf mehr Taktik-Häppchen. Auf der Gegenseite hat allerdings auch der alte Hase Magath bewiesen, dass er mit der Zeit gehen kann und auf seine lange gehegte Vorliebe für zwei Stürmer verzichten kann. [click to continue…]

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Dortmund vs Köln: die Rückkehr des Meisters

von Johan Petersen am 22. Oktober 2011

Es klemmte in der Samstagnachmittag-Unterhaltung. Das System legte ein altes Spiel aus Dortmunds Meistersaison ein und drückte auf Wiederholung: unheimliche Dominanz, spielerische Klasse, sofortiges Pressing nach Ballverlusten und trotz einiger vergebener Chancen ist das Spiel nach einer halben Stunde längst entschieden. [click to continue…]

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Köln vs Hannover: nur Podolski braucht keine Fehler

von Johan Petersen am 16. Oktober 2011

Sowohl Köln als auch Hannover liegt das Kontern mehr als alles andere. Wer in diesem Spiel zweier gut geordneter Mannschaften in Führung ging, hatte also einen strategischen Vorteil, und Hannover fühlte sich gegen zunehmend tiefer stehende Kölner auch sichtlich unwohl. [click to continue…]

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Das Spiel war für den kontinentalen Betrachter eine Mogelpackung: außen standen die beiden großen Namen des englischen Fußballs, drinnen fand man dann ein Spiel mit vielen technischen Mängeln und wenigen spielerischen highlights angesichts guter defensiver Ordnung auf beiden Seiten. [click to continue…]

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Bayern vs Bayer: Dutts Dreifach-Sechs begrenzt den Schaden

von Johan Petersen am 25. September 2011

Bayern ist nicht unbesiegbar, aber im Moment einfach unterfordert. Ein konstanter Herausforderer ist in dieser Saison jedoch nicht in Sicht, so dass die Meisterschaft wohl so früh vergeben ist wie im letzten Jahr.

Heynckes stellte ein 4-1-4-1 auf, in dem Tymoshchuk das Zentrum vor den Innenverteidigern hielt, während Kroos und Schweinsteiger davor auf einer Höhe agierten. Dutt stellte seinen Weihnachtsbaum auf, ein 4-3-2-1 mit drei Sechsern, von denen Balitsch auf dem Flügel gegen Ribery doppeln sollte. Renato Augusto sollte Kießling unterstützen, während Sam auf links eine Rolle irgendwo dazwischen inne hatte. [click to continue…]

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Gladbach vs Nürnberg: Reus, und dann lange nichts

von Johan Petersen am 25. September 2011

Man sitzt in der Kneipe, es gibt nur einen Fernseher. In kniffliger Debatte überzeugt man schlußendlich die versammelten Fans und den Kneipier, nicht die großen Namen oder die Konferenz zu sehen,  sondern das Duell zweier kleiner Clubs, das man wegen ihrer taktischen Disziplin und ihrer guten Trainer für ein verkapptes  Spitzenspiel hält. Doch während des Spiels rückt der Experte immer weiter verschämt in die Ecke, weil beiden Mannschaften Tempo und individuelle Klasse fehlen, um mit den Leistungen ihrer Trainer mitzuhalten. [click to continue…]

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Dortmund vs Hertha: Borussia ohne Flügel, ohne Chance

von Johan Petersen am 10. September 2011

Das Spiel bewies eindrucksvoll, wie schnell es im Fußball nach unten und nach oben gehen kann. Vor einem Jahr hat Dortmund Heimspiel um Heimspiel in der ersten halben Stunde entschieden. Gestern wusste man nicht mehr, wer wer war. Hertha habe ich noch am ersten Spieltag zum Abstiegskämpfer erklärt, nun haben sie beim Meister gewonnen.

Klopp brachte sein gewohntes 4-5-1, Kagawa hinter Lewandowski, auf rechts ersetzte Kuba den gesperrten Götze. Auch Babbel wählte wieder ein 4-5-1. Gegen den Ball ließen sich allerdings die Flügelspieler Ebert und Torun auf die Höhe der Sechser fallen, so dass ein 4-4-1-1 entstand.

Von Beginn an war Hertha besser im Spiel. Die Mannschaft stand tief, und bei Dortmund stimmt einfach die Grundlage nicht: Tempo und Genauigkeit im Passspiel. Hummels spielte lange Bälle ins Nichts, der bemitleidenswerte Schmelzer wurde ständig im Rücken angespielt. Gündogan fehlte oft das Gespür, ob er mit einer Ballmitnahme zum Spielfeld hin Tempo ins Spiel bringen konnte, oder mangels Raum den Ball klatschen lassen musste. Zu oft entschied er sich für letzteres – eines der wirklich fundamentalen Probleme im Fußball, wie regelmäßige Leser dieses blogs hoffentlich verstanden haben.

Der Pinsel fehlt

Hertha stand gut. Weil Ebert und Torun sich fallen ließen, konnten die Sechser Ottl und Niemeyer das Zentrum zu machen und Kagawa ausschalten. Der Japaner ist das genialste Mosaikstück der Bundesliga, wenn Hochgeschwindigkeitsfußball gespielt werden kann – doch er ist nicht der klassische Spielmacher, der einen Schritt zurück von der Leinwand macht, den Pinsel nimmt und noch einmal von vorne anfängt. Er verpasste es, auf die spielerische Malaise zu reagieren, und aus tieferen Positionen das Spiel schnell zu machen.

Großkreutz und Kuba agierten im wesentlichen von den Halbpositionen – konsequent an den Linien klebende Flügelspieler wären wohl das bessere taktische Mittel gewesen. Das hätte die Schnittstellen zumindest in der Berliner Mittelfeldkette vergrößert und aus dieser Ausgangsposition hätte Dortmund auch klare Pärchen auf dem Flügel aufbauen können. (Kuba-Piszczek und Schmelzer-Großkreutz). Das wiederum allerdings hätte schnelle Spielverlagerungen benötigt, wozu vermutlich das Tempo im Passspiel gefehlt hätte.

Hätte, Wenn und Aber – Dortmund spielte sich in der ersten Halbzeit nur zwei oder drei Chancen gegen einen geordneten Gegner heraus, plus einige vage Möglichkeiten nach Berliner Ballverlusten in deren Hälfte.

Wer ist wer?

Doch meistens schaltete Hertha sehr gut um, und zeigte in ein oder zwei Szenen sogar das technisch versierte Direktpass-Spiel, das wir von Dortmund kennen.

Klopp reagierte zur Pause und ersetzte den restlos enttäuschenden Gündogan durch da Silva. Das änderte aber nichts an den grundlegenden Problemen in der Spielanlage, und wenige Minuten nach der Pause ging Berlin verdient in Führung.

Anschließend versuchte Klopp einige Umstellungen (erst kam Großkreutz nach der Perisic-Einwechslung über rechts, dann Kagawa), ohne dass Herthas Ordnung je wirklich gefährdet wurde. Dortmunds Passspiel bekam mehr Zug, und Kagawa taute etwas auf, doch viel zu oft versuchte Dortmund sich durchs Zentrum zu kombinieren, wo das sehr gut stehende Quadrat Ottl-Niemeyer-Hubnik-Mi alles abräumte.

Die Hertha versäumte es, das Spiel mit einem ihrer Konter früher zu entscheiden, letztlich geriet der Sieg aber nie in Gefahr.

Fazit: eine produktive Niederlage?

Ich glaube, dass diese Niederlage für Dortmund sehr produktiv war. Vom ersten Spiel an war offensichtlich, dass die Mannschaft aus diversen Gründen und auf vielfältige Weise nicht mehr die Übertruppe der Vorsaison ist. Jetzt ist jedem klar, dass nur der FC Bayern in jedem Jahr Meister werden muss und auch kann. Damit ist der Druck weg, und die Mannschaft kann in Ruhe ihre Punkte sammeln.

Die Möchtegern-Experten werden auch passender Weise alles am Fehlen von Götze fest machen, doch Klopp weiß, dass die Probleme woanders liegen. Allerdings müsste er jetzt den einen oder anderen der Meister-Helden vorüber gehend auf die Bank setzen, doch es fehlt fast überall im Kader am Konkurrenz-Kampf – nur Perisic drängt sich auf.

Babbel hat eine sehr gute Taktik gewählt. Weil Hummels, Bender und Gündogan nie Tempo ins Spiel bekamen, konnte er vorne Dortmund Räume gewähren, und sein Mittelfeld gegen die sonst gefährliche Reihe um Kagawa konzentrieren. Wenn die Hertha ihren technisch guten Fußball auch gegen tiefer stehende Mannschaften zu Hause zeigen kann, ist die erste Tabellenhälfte sicher zu erreichen.

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Augsburg vs Bayer: Dutt an der Werkbank

von Johan Petersen am 10. September 2011

Eine der bisher interessantesten taktischen Entwicklungen der Liga hat sich am Freitag-Abend versteckt: Dutt kommt langsam im Werk an, und hat dort seinen in Freiburg erprobten Weihnachtsbaum aufgestellt. Ein System, das in der Champions-League bestehen könnte – aber der Preis in Form von Andre Schürrle ist verdammt hoch.

Luhukay schickte ein 4-5-1 ins Rennen, mit Mölders als Spitze, dahinter Baier. Dutt brachte mit Rolfes, Ballack und Bender drei zentrale Spieler, wofür er den Flügelspieler Schürrle opferte. Das Ergebnis war ein 4-1-4-1, das manchmal ins 4-3-2-1 rutschte.

Bayer bemühte sich von Anfang um viel Tempo im Passspiel. Die Innenverteidiger suchten im Spielaufbau die zentralen Mittelfeldspieler, die wechselweise kurz kamen. Augsburg versuchte hoch anzugreifen, blamierte sich dabei aber gründlich. Das Mittelfeld stand zu weit von der ersten Reihe – mal ein, mal zwei Angreifer – und das gleiche galt für Innenverteidigung und defensivem Mittelfeld. Bayer hatte im Spielaufbau immer Überzahl und konnte sich schnell in die gegnerische Hälfte spielen. Die schwerfälligen Bender, Rolfes und Ballack haben einen Wendekreis wie ein Schützenpanzer, doch in den von Augsburg angebotenen Räumen wirkten selbst sie wie Ballerinnen.

Ohne Grundlagen

Das 1:1 sagte alles: wenn ein Innenverteidiger (Toprak) einen vertikalen Flachpass durchs gesamte Mittelfeld auf die einzige Spitze (Kießling, technisch für seine Verhältnisse hervorragend verarbeitet) spielen kann, muss der Trainer noch einmal an die Grundlagen ran. Man kann hoch angreifen, oder sich am Strafraum einbunkern – Hauptsache man steht kompakt.

Die Kehrseite von Dutts Medaille war allerdings, dass die offensiven Flügel überhaupt nicht besetzt waren. Leverkusen spielte sich bequem durchs Zentrum bis weit in die Augsburger Hälfte, aber dann zog oft Ratlosigkeit ein in die Angriffe, weil gerade auf links die Anspielstation fehlte.

Augsburg wurde taktisch auf dem falschen Fuß erwischt und schaffte es auch nicht darauf zu reagieren. Die Mannschaft hätte gegen den Ball das Zentrum massieren können oder durch schnelles Umschalten auf dem Flügel Leverkusener Lücken ausnutzen können. Das ist aber graue Theorie, wenn wie gesagt die Grundlagen nicht stimmen – in jedem System müssen die Abstände zwischen den Mannschaftsteilen stimmen.

Ohne cojones

Augsburg machte nur durch zwei lucky punches auf sich aufmerksam: dem 1:0 und als Mölders durchbrach, Schiedsrichter Zwayer aber nicht die cojones hatte, einem Bayer-Spieler samt Traube die völlig angemessene rote Karte zu zeigen.

Die Bayer-Innenverteidigung zeigte in dieser und einigen anderen Szenen eine Unsicherheit, die einen Einzug ins Achtelfinale der Champions-League ausschließt. Vielleicht hat Dutt vor, sie mit drei Abräumern im Zentrum zu schützen. Dass er diese Defensiv-Taktik gegen Augsburg erprobte, und trotzdem gewann, spricht nicht gerade für die Augsburger.

Fazit: Dutt fummelt sich rein

Bayer hat das Spiel über sein sehr viel höheres Tempo im Passspiel entschieden, weil es damit die Augsburger Lücken gegen den Ball effizient ausnutzte. Dutt hat seine taktische Versiertheit vorgeführt, und gegen einen schwachen Gegner nur das nötigste getan. Auf Flügelspiel wird er aber gegen andere Gegner nicht verzichten können.

Augsburg muss zeigen, dass es in der Bundesliga Fußball spielen will, und nicht eine Klasse tiefer. Gegen den Ball fehlte jegliche Kompaktheit, nach Ballverlusten fehlte das entschlossene Umschalten, mit dem andere ebenfalls fußballerisch limitierte Mannschaften versuchen zu überleben.

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