Ich denke an einen, der gar nicht da ist. Der seit Monaten fehlt. Ich denke an einen, der drei unserer größten Probleme auf einen Schlag lösen würde.
Doch zunächst zu den Dingen, die wir auch ohne ihn besser machen können. Nach drei Spielen ohne Sieg bin ich vor dem Auftritt in Mainz optimistisch. Wenn wir die spielerischen Leistungen gegen Dortmund und Augsburg wiederholen, wovon ich ausgehe, und folgende drei Maßnahmen ergreifen, gewinnen wir:
1. Zwei der Torchancen, die wir gegen Augsburg noch liegen ließen, verwerten.
2. Das Flügelspiel forcieren – Rosenberg muss wieder konsequenter die Seitenlinien suchen.
3. Die Patzer in der Abwehr auf ein zu bewältigendes Maß reduzieren.
Bei Mainz ist Jan Kirchhoff vor der Abwehr ein sehr interessanter Mann, der eine Zukunft bei einem Spitzenverein der Liga haben könnte. Marcel Risse versucht mit seiner Schnelligkeit ein Andre Schürrle für Arme zu werden. Andreas Ivanschitz führt wieder Regie und Eric Maxim Choupo-Moting hat sich doch noch entschieden, in der Liga Stammspieler zu werden.
Eine Reihe guter Fußballer, die sich aber in dieser Saison unter Wert verkaufen. Denn Mainz hat mit den Abgängen Schürrles sowie Holtbys soviel Substanz vor der Saison verloren, wie in der Liga sonst nur Nürnberg. Wird vorne kein Fußball mehr gespielt, gesellen sich hinten prompt Fehler hinzu – das Spiel kann nicht mehr soweit vom eigenen Tor fern gehalten werden.
Ich habe Mainz nur am Anfang der Saison gesehen, als sie noch gewonnen haben. Ich vermute die Probleme seitdem liegen vor allem in der schwachen Spieleröffnung der Innenverteidiger und Eugen Polanskis begründet, die schon im letzten Jahr mehr schlecht als recht vom schnellen Umschalten auf Holtby und Schürrle kaschiert wurde.
In der jetzigen Krise — die für mich bisher noch ein kleines Tal ist, das alle anderen für uns interessanten Mannschaften in dieser Saison auch schon durchschritten haben — fällt das Fehlen von Tim Borowski an immer mehr Ecken auf. Er würde unsere drei großen Probleme lösen, in beliebiger Reihenfolge:
1. Wie kaum ein anderer Spieler steht Borowski für Torgefährlichkeit aus dem Mittelfeld, für einen glasklaren Torabschluss und für schnörkelloses Spiel in die Spitze.
2. Wolf kann nicht auf der Bank sitzen, weil Sokratis nicht in der Innenverteidigung spielen kann. Sokratis kann nicht in der Innenverteidigung spielen, weil Clemens Fritz nicht rechts hinten spielen kann. Fritz kann nicht rechts hinten spielen, weil seine Lauf- und Zweikampfstärke sowie vor allem seine Erfahrung der Raute die richtige Mischung bringen. Borowski wäre daher der ideale Ersatz.
3. Als Borowski nach der Winterpause in die Mannschaft zurück kehrte, hat er sie auch mit seinem Kampfeswillen fast im Alleingang wieder aufgerichtet. Verunsicherung von der Art, die gegenwärtig schon bei dem einen oder anderen zu sehen ist, ist ihm fremd.
Doch die große Lösung fehlt, also müssen wir an den vielen kleinen Schrauben drehen, die der Fußball zu bieten hat.

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Stimme dir voll und ganz zu, Johan! Hunt, Fritz und Borowski sind unsere besten Spieler für die Halbpositionen der Raute. Schade, denn ich würde (wie wohl sehr viele andere Fans auch) sehr gerne mal die Innenverteidigung Naldo/Sokratis sehen – dann natürlich mit Fritz als RV. Vielleicht wäre auch Bargfrede nach seiner Denkpause ein Kandidat für Fritz im Mittelfeld? Leider geht diesem aber die von dir erwähnte Torgefährlichkeit völlig ab.
Kann nur beipflichten bezüglich Jan Kirchhoff. Er war herausragend zuletzt, zweimal Mainz’ klar bester und wichtigster Spieler. Dank ihm, aber auch der Rückkehr zur Raute, gings zuletzt aufwärts.
Habe Mainz ziemlich genau verfolgt letztes Jahr schon, und ich mag den Klub sowie Tuchel und seine Variabilität sehr, aber habe nie so richtig verstanden, wieso er nicht noch öfter mit Raute spielen lässt. Spielten letzte Saison für meine Begriffe den besten Fussball mit der Raute und hätten so vielleicht noch zwei, drei Punkte mehr herausholen können.
Und dann beginnt er diese Saison neun Runden lang nie mit der Raute (allerdings in einigen Spielen jeweils auf Raute umgestellt nach der Pause). Will ohnehin nicht alles am System festmachen, gibt einige andere Gründe für den mässigen Start (Transfers, Formprobleme, usw.), und es gab durchaus Gründe, nicht direkt auf die Raute zu setzen, da einige neue Spieler (Stieber, Nicolai Müller) sowie vor allem der mittlerweile beste Offensivspieler (Risse) nicht so recht in die Raute passen. Aber jo, der Stabilität der Mannschaft hats geschadet. Jetzt scheint sie langsam zurückzukommen. Die Offensive aber stockt – je nach Betrachtung – mittlerweile oder immer noch. Eben, weil die Offensivpotenziale nicht perfekt eingebaut werden können, Risse war zweimal auf der Bank gar zuletzt. Hat sich allgemein aber weiterentwickelt, könnte auch rechts, leicht seitlich hängend, im Sturm spielen.
Angenommen Prödl spielt morgen – wer spielt auf welcher Seite? Naldo dann rechts, Prödl links? Oder umgekehrt? Als Werder-Gegner würde ich jedenfalls meine Stürmer so positionieren, dass einer direkt auf Naldo spielt und der andere zwischen dem anderen Innen- und Aussenverteidiger. Spielt Naldo rechts, könnte Risse zwischen Prödl und Schmitz den Passweg auf aussen zustellen und hätte zudem die perfekte Ausgangsposition, um im Rücken von Schmitz (da halte ich ihn für verwundbar) sowie um Prödl herum für Wirbel im Umschaltspiel zu sorgen. Spielt Naldo links funktioniert das natürlich weniger gut…
Wie auch immer, gegen eine Raute anzutreten, ist nochmal etwas Neues jetzt diese Saison für Mainz. Letzte Saison waren sie bei Raute gegen Raute kaum bezwingbar, die Aussenverteidiger waren meist den gegnerischen überlegen, der Sturm war stark, die Stabilität hoch. Aktuell gibts da fast überall Abstriche… Wobei ich nicht unbedingt das Gefühl habe, ein Rauten-Duell läge Werder besonders gut. Na ja, wird spannend.
Naldo spielt in der Regel halblinks.
@BenHasna – danke. Familie im Krankenhaus (nichts Ernstes), kanns vielleicht gar nicht sehen.