Gute Angreifer sind in Wirklichkeit Judoka. Schlägt ein Gegner mit einem wilden Faustschlag zu, nehmen sie seine Bewegung auf, und verwandeln sie in Energie, mit der sie den Gegner auf die Matte legen. Mit der sie sich einen Bewegungsvorsprung erarbeiten, um in der Sportart zu bleiben. Dazu muss man Schlitzohr sein, und Pizarro ist ein anderes Wort für Schlitzohr.
Er hat sich beschwert. Zumindest stand hier und da geschrieben, dass er gerne eine zweite Spitze neben sich hätte. Beziehungsweise vor sich, denn Pizarro ist bei allen Strafraumqualitäten ein umtriebiger Stürmer, der sich gerne aus der Abwehr fallen lässt, und dann weiter vorne noch eine Anspielstation braucht: die öffnet ihm Räume, in denen er besser Judoka sein kann.
Schaaf hat ihn erhört, aber das Schlitzohr hat das ganze gegen Genua dann auch gleich bildlich dargestellt.
Der Spielzug: Bei einem Gegenangriff direkt nach dem 2:0 setzt sich Pizarro (24) von der Kette ab, um Fritz (8) eine Anspielstation zu bieten (wie bereits vor seinem Tor im Pokal gegen Ahlen). Er bekommt den Ball, und spielt einen Doppelpass mit Fritz. Genuas Mittelfeld steht fataler Weise auf einer Höhe (blaue Linie) und deswegen kommt Pizarro in den sehr gefährlichen Raum zwischen Mittelfeld und Kette.

Der Innenverteidiger (6) gibt seine Position auf und greift Pizarro an (roter Laufweg). So steht es im Lehrbuch, aber es ist eine tödliche Aktion, denn Almeida (23) besetzt den entstandenen Raum. Wenn ein Abwehrspieler seine Position hier aufgibt, wird er sie nie wieder sehen. Er verabschiedet sich von seinen Liebsten und zieht ins letzte Gefecht.
Der Torabschluss: Pizarro übertölpelt den Verteidiger, indem er sich den Ball direkt an ihm vorbei legt. So nutzt er dessen Bewegung auf ihn zu aus wie ein Judokämpfer den Faustschlag: er kann sofort hinter gehen, und hat großen Bewegungsvorsprung, als er den von Almeida mit der Hacke vorgelegten Ball erreicht. Die Abwehrspieler müssen sich schließlich drehen, und er läuft allen auf einmal in den Strafraum davon.


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Mal wieder eine sehr schöne Toranalyse.
Ich hab das Tor jetzt einige Male gesehen und inzwischen glaube ich, dass der Ball nicht reingegangen wäre, wenn er nicht abgefälscht worden wäre. Pizarro zielt auf das lange Eck, worauf der Torwart auch spekuliert. Durch die Berührung springt der Ball aber ins kurze Eck und ist für ihn unerreichbar.