Hoffenheim vs Werder, das 3:1

von Johan Petersen am 23. August 2010

Eine der ersten taktischen Regeln, die kleine Fußballer begreifen, lautet: “Als letzter Mann nicht dribbeln.”

Dahinter verbirgt sich, dass man den Platz in Zonen einteilt, in denen unterschiedliches Risiko eingegangen werden kann. Grob gesagt: im eigenen Spielfelddrittel zero Risiko, im vordersten Spielfelddrittel sehr viel Risiko. Denn bei Ballverlust hat der Gegner noch einen weiten Weg, und damit sehr viele Gegenspieler vor sich, bis er in die eigene torgefährliche Zone kommt.

Eigentlich.

In weiß die ungefähre (Hunt war auf den Fernsehbildern nicht zu sehen) Stellung der Raute, oder allgemeiner des Mittelfelds. Es fällt auf, dass sie sehr flach und ohne Staffelung steht und sich komplett vor der Balllinie (Höhe Frings) befindet.

 

Da der Angriff über rechts kam, müsste Borowski (6) an Stelle von Frings (22) die Rolle der Ball-Sicherung 30 Meter vor dem Tor ausfüllen, falls einem Mitspieler ein Ballverlust droht. Frings könnte dann 10-15 Meter weiter hinten stehen (siehe Positionen in rot), als zusätzliche Möglichkeit der Ball-Sicherung und damit bei einem Gegenstoß der Abstand zwischen Mittelfeld und Abwehr nicht so groß ist (roter Pfeil).

So konnte der Spieler, der gegen ihn den Ball gewinnt, über etwa 50 Meter auf die Viererkette zu gehen (die sich zurück zieht, vielleicht hätte sie auf abseits spielen sollen), und in Ruhe den Stürmer einsetzen.

Frings ist letzter Mann — wenn auch etwas anders als in der eingangs zitierten Maßgabe –, er dribbelt, und es geht schief.

Kommentar

Previous post:

Next post: