Wenn der Ball kein Stein sein will (das Schwerkraftproblem beim Freistoß)

von Johan Petersen am 10. April 2010

Wir wollen immer in der ersten Reihe sitzen, ganz dicht dran sein.

Vielleicht liegt es daran, dass es für dieses spezielle Freistoß-Problem noch keine adäquate Lösung gibt (ich hab sie jedenfalls noch nie gesehen).

Die ideale Distanz ist 20 bis 25 Meter vor dem Laden. Manchmal bekommt man aber einen Freistoß etwas näher dran, so gerade außerhalb des Strafraums, bei 16,5 oder 17 Metern. Diese Standards sind ganz knifflig zu schießen: der Ball muss genau in dem Moment wieder sinken, in dem er die Mauer überquert hat – sonst schafft er es nicht mehr unter die Latte. Der Ball müsste ein Stein werden, der im richtigen Moment vom Himmel fällt.

Ich frage mich: warum legt man sich den Ball nicht freiwillig drei bis vier Meter zurück? Ein Spieler passt den Ball flach zurück, einer stoppt ihn, einer schießt aufs Tor. Das hätte den großen Vorteil, dass der höchste Punkt der Flugbahn sich vor der Mauer befindet, man die zweite Phase der Flugbahn, den Sinkflug des Balles also auf mehr Meter verteilen kann.

 

Vielleicht ist es schwierig, nicht den Passgeber anzuschießen. Mit ein bisschen Training und Abstimmung, in welche Ecke der Ball gehen soll, müsste das aber gehen.

(Übrigens hat Jens Lehmann — offensichtlich bemüht, seine Qualitäten als Vordenker unter Beweis zu stellen — das im Weserstadion in der letzten Saison schon ansatzweise umgesetzt. Der Meinung, dass Diego den Ball nach einem Foul einen halben Meter zu weit nach vorne geschummelt habe, hat der gute Jens in seiner Altersweisheit den Ball wieder vom Tor entfernt. Der Freistoß passte darauf hin genau in den Knick.)

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hwk 13. Oktober 2010 um 9:17 am

Nun muss man zugeben, dass es auch Experten gibt, die den Ball aus 17 m direkt versenken. Die neusten Freistoßästheten wie CR… haben den unglaublichen Trick drauf dem Ball soetwas wie Top Spin (richtig?) mit zu geben, also ein gezieltes absenken. Ob es an der Technik oder den neuen Bällen liegt kann ich nicht beurteilen.
Legt man aber den Ball zurück, warum dann nicht auch zur Seite, um die Mauer zu umspielen? Liegt der Ball präzise genug für den Schützen? (diese Diven) Verschafft man dem Torwart oder derAbwehr nicht unnötig Zeit um sich auf den Schuß einzustellen?
Alles Fragen die nur in der Praxis beantwortet werden können.

Varianten Reichtum ist aber immer von Vorteil. Ich erinnere mich an einen Freistoß, der nur hinter die Mauer gelupft wurde und ein Stürmer (aus der Mauer?) rauschte heran um den Ball auf das fast freie Tor zu schiessen.

Linksaussen 13. Oktober 2010 um 3:05 pm

welkes blatt, welkes blatt!
(“Folha Seca”)

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