Dortmund vs Werder, das 1:0

von Johan Petersen am 9. April 2010

Manchmal bekommt man Gegentreffer, bei denen man sich fragt: fehlte uns die Ordnung, oder war der Angriff einfach zu gut?

Der Dortmunder Angriff vor dem 1:0 war ein Fünf-Gänge-Menü mit Sternchen. Es begann mit einer schnellen Seitenverlagerung, dann wurde ein vertikaler Laufweg eines Stürmers serviert, es folgte ein direkter Doppelpass, eine hervorragende Flanke und das ganze Ensemble gekrönt vom sehr guten Timing bei einem kniffligen Kopfball als Torabschluß.

Andererseits standen in unserem Restaurant viele Tische falsch und damit den Dortmunder Kellnern nicht im Weg. Zu keinem Zeitpunkt vor der Flanke kamen wir auch nur in die Nähe eines Zweikampfs.

Die Ausgangssitution: Der Dortmunder 6er verlagert einen von der anderen Seite kommenden Ball zu Owomoyela (5), der damit Marin (10) auf sich zieht. Gleichzeitig (!) löst sich Zidan (13) aus der Spitze in den dadurch frei werdenden Raum. Hunt (14) als defensiver Mittelfeldspieler steht zu weit innen (gelbe Fläche), womit Marin und Pasanen (3) auf sich alleine gestellt sind. Toller Laufweg des Angreifers: er schafft eine Anspielstation und gleichzeitig Raum hinter sich für den Passgeber.

Der Spielzug: Owo spielt einen direkten Doppelpass mit Zidan. Marin läuft ihm dann hinterher, auch weil er sich bei Owos Pass nicht schnell genug fallen lässt. Pasanen geht Zidan zwar hinterher, aber er weiß, dass er da nicht hingehört – er zögert und kann so Zidans Pass nicht verhindern. Auf jeden Fall ist er jetzt so weit ins Mittelfeld gezogen, dass der Flügel komplett offen ist (wieder gelbe Fläche). Naldo ist zu weit weg, um einzugreifen.

Der Torabschluss: Auch Naldo kommt zu spät, um die Flanke zu verhindern. (Seit der EM 2008 lassen einige Mannschaften den Verteidiger außen allein, damit der Innenverteidiger die Flanke im Zentrum abwehren kann. Ob aber dadurch Mertesacker (29) nach hinten durch gerückt wäre und die Flanke erwischt hätte – schwer zu sagen.) Toller Kopfball dann, den Fritz (8) nicht verhindern kann. Er befindet sich auch in der vielleicht schwierigsten Situation für Verteidiger, da er den Ball genau vor sich und den Laufweg des Stürmers genau hinter sich im Auge behalten muss.

Wäre dieses Gegentor mit Frings oder Jensen auf dem Platz auch gefallen? Ich denke schon. Zwar steht Hunt sehr weit innen, aber er hatte sich richtiger Weise zuvor zum Ball hin verschoben. Durch das Direktpassspiel der Dortmunder kann er dann nicht mehr eingreifen.

Vor dem Pokalfinale müssen wir aber das Problem, dass auf dem Flügel nicht schnell genug gedoppelt wird, dringend lösen. Robben lässt grüßen.

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Erfolg im Fußball: Das Glück erzwingen | Kontextschmiede
13. April 2010 um 8:49 pm

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erz 9. April 2010 um 7:42 pm

Sag mal, ich würde auch gerne in Zukunft ein paar Spielszenen nachbauen, aber das geht mir nicht ganz so glatt von der Hand. So zur Hilfe, was sind die Grundlagen deiner Grafiken – sitzt du vor einer Videoaufzeichnung, machst du während des Spiels schon Skizzen oder nachher das ganze als Gedächtnisprotokoll?

Johan Petersen 9. April 2010 um 8:53 pm

Ja, manchmal habe ich eine Aufzeichnung. Das Standbild übertrage ich auf einen Zettel – geht auch von den Zeitlupen der diversen TV-Sendungen am Samstag – und von da in einen open source Vektorgrafik-Editor.

Wenn man sich da ein Mal das Spielfeld gemacht hat und die Tastenkombinationen kennt, kann man in wenigen Minuten ein Schaubild erstellen.

Kommentar

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