Twente vs Werder

von Johan Petersen am 19. Februar 2010

Wenn ein Stürmer den Ball drauf knallt, anstatt den Torwart auszugucken, verkürzt das Unterbewußtsein aus Angst vor dem Versagen den Entscheidungsprozeß mit Hilfe folgender Hoffnung, die alle Optionen auf eine reduziert: “Ich baller’ einfach drauf, anstatt mir etwas sinnvolles auszudenken, er wird schon irgendwie rein gehen.”

Ist Pizarro derart verunsichert? Unglaublich, dass er bei seiner Chance in der ersten Halbzeit einen in der Luft liegenden Torwart anschießt, anstatt den Ball ins Tor zu lupfen oder ihn als Aufsetzter flach in die Maschen zu setzen. Dieses Duell war die spielentscheidende Szene.

Werder begann gut, unterschätzte den Gegner eindeutig nicht, und hatte Chancen. Von Enschede in der ersten Halbzeit nur zwei Torschüsse. Die Abseitsfalle war ein tolles Mittel, um Twente nicht im Ansatz aufkommen zu lassen. Beim Gegentor spielte Werder erst links quasi fünf gegen eins, aber konnte den Ball trotzdem nicht erobern. Dann schnelle Verlagerung auf die rechte Seite – und leider ein Sonntagsschuß.

In der zweiten Halbzeit verlor Werder die Struktur im Angriffsspiel, und Özil bleibt weiter Sorgenkind. Bei einigen, vor allem Hunt, schien Kraft und Konzentration nachzulassen. Die Ecken hätte man variieren sollen, nachdem der Torwart quasi alle abfing. Wiese verhinderte mit einigen tollen Paraden ein zweites Tor, und damit ist die Niederlage nicht mehr so unverdient wie noch nach der ersten Halbzeit.

Jetzt wird es schwer. Schaaf wird im Rückspiel mit hoher Kette spielen lassen, und das wird zu einem Gegentor führen. Also müssen wir auf jeden Fall drei Tore schießen.

Kommentar

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