Wie zuvor beschrieben, konnte ich mich mit dem Sturm-Duo Pizarro/Marin bisher nicht anfreunden. Es erscheint mir eher als Notlösung. Wenn Schaaf die beiden zur Dauerlösung erklärt, würde das eine weitere Anpassung erfordern. In den letzten Jahren war die Raute immer auf ein klassisches Sturm-Duo zugeschnitten. Aber weder Pizarro noch Marin sind besonders schnell, und gerade Marin kann weder hoch angespielt werden, noch kann er steil geschickt werden (es sei denn, er hat Platz auf dem Flügel).
Nun hat Pizarro gegen Mainz zwei tolle Tore im Sturmzentrum gemacht – und das 1:0 gegen Mainz fiel genau so, wie das 1:0 gegen Funchal. Daher hier noch einmal im Detail zu der Rolle, die Marin im Sturm spielen kann: er kommt entgegen, schafft damit Räume, in die andere Spieler stoßen können.
Die Ausgangssituation: Die Mainzer Abwehr steht zwar nicht sehr kompakt, aber relativ tief (rote Linie).
Der Spielzug I: Marin kommt dem ballführenden Spieler Fritz entgegen, und wird flach angespielt. Er nimmt den Ball mit einer schönen Körpertäuschung zum gegnerischen Tor hin mit.

Der Spielzug II: Während sich die Abwehrspieler auf ihn konzentrieren (jetzt auf blauer Linie), überläuft Bargfrede Marin, während auch Hunt kurz entgegen kommt, dann aber abdreht. Marin spielt den Ball durch drei Verteidiger steil auf die Halbposition. (Man muss dazu sagen, dass die Mainzer Abwehrspieler (2) und (3) schlafen – eigentlich müssten sie mit heraus rücken, um Hunt in diesem Moment ins Abseits zu stellen. Würde vielen Teams nicht passieren.)

Der Torabschluss: Bargfrede spielt quer auf Hunt, der frei vor dem Tor verwandelt.

